Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Feld-Zeugamtes 1772-1850

250 Für jeden Krieg war die Stärke der Feld-Zeugamts-Abtheilungen nach der Ausrüstung der Armee, im Artillerie-Aufsätze zu bemessen. Dieselbe konnte im Verlaufe, je nach Bedürfnis, durch Haupt-Zeugamts- Verordnungen geändert werden. Von den für den Feldzug 1788—1790 errichteten Zeugamts-Detachements wurden 1790 das galizische in Lemberg, das ungarische in Ofen, das sieben- bürgische in Carlsburg als Friedens-Posten neben Wien, Budweis, Prag, Brünn systemisiert. Während der Feldzüge gegen Frankreich von 1792—1801 wechselten die im Frieden und für den Krieg aufgestellten Detachements fortwährend in ihrem Bestände. Desgleichen war der vorgeschriebene Stand wiederholt ein anderer. Welche Detachements für den Krieg aufgestellt, wie und wann dieselben gebildet, umgestaltet oder aufgelöst wurden, ist aus der Schilderung der Be­theiligung des Feld-Zeugamtes an den einzelnen Feldzügen ersichtlich1). Im folgenden werden nur die Veränderungen der Friedens-Posten und die jeweilige Stärke des Feld-Zeugamtes angeführt. 1792 Mai wurde der Posten zu Ofen aufgelöst, im Juni aber wieder activiert; der Gesammtstand mit 444 Mann bestimmt, im November aber auf 468, im December auf 485 erhöht. 1793 erfolgte neuerdings die Auflassung dieses Detachements und dessen Eintheilung in das Wiener Detachement. Der Stand war im Januar mit 665, im April mit 680, im Mai mit 779, im September mit 780 Mann normiert. 1794 erscheint derselbe mit September auf 844 Mann erhöht. Nachdem aber mit Juli dieses Jahres von der Normierung eines er­höhten Kriegs-Standes abgesehen und dieser dem Friedens-Stande gleich mit 270 Mann fixiert worden war, galten alle Personen, welche über denselben zählten, als überzählig. Die in der Folge angegebenen Stände sind daher nicht wie bisher die vorgeschriebenen, sondern die factischen. 1795 wurde der Siebenbürgische Posten und das Niederländische Deta­chement aufgelöst. Die Stärke des Feldzeugamtes betrug 794 bis 828 Mann und änderte sich auch 1796 nicht. Die Jahre 1797, 1798, 1799 brachten keinen Wechsel in der Zahl der Friedens-Posten, der Stand derselben blieb mit 270 Mann normiert, variierte aber unter Zurechnung der Detachements bei der Armee, 1797 zwischen 810 und 825: 1798 zwischen 800 und 840; 1799 zwischen 837 und 868. Mit April 1800 wurde der Brünner Friedens-Posten, der nur mehr aus 2 Mann bestand, aufgelöst und in den Wiener Posten eingetheilt, der effective Stand stieg auf 909 Mann. Im Monate Mai 1801 erfolgte die Errichtung der Friedens-Posten zu Brünn und Palmanuova, im Juni jener zu Ofen, Lemberg, Pressburg und Marburg. Mit October dieses Jahres erscheint letzterer nach Graz verlegt, mit November ein neuer Posten in Braunau aufgestellt. Formiert wurden der Brünner Posten aus der rheinischen, jener zu Palmanuova aus der bestandenen italienischen Feld-Beserve; die Posten zu Lemberg und Pressburg ebenfalls aus der rheinischen Feld-Beserve, der zu Ofen zum Theile gleichfalls aus dieser, hauptsächlich aber aus dem Detachement, welches bei der ungarischen Insurrection eingetheilt war. Den Posten zu Marburg stellte das Detachement des italienischen Belagerungs-Corps, jenen zu Braunau der Friedens-Posten Budweis auf. Der bis nun als „Galizischer” benannte Posten erhielt die Bezeichnung nach seinem Standorte Krakau. Der effective Stand betrug 1801 869 Mann und sank erst zu Ende des Jahres auf 548 herab. Die mit 1791 fixierte Stärke des Feld-Zeugamtes war den Anforderungen des Krieges keineswegs entsprechend, wie die jeweilig angeführten Bedarfs­zahlen beweisen. Wenn man auch durch die bedeutende Anzahl von Ueber­Siehe: Geschichte des Feld-Zeugamtes, ,,Feldzüge”.

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