Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809

84 Sernek. Außer der Munition wurden bei der Keserve noch mit- gefiihrt: Vorräte von Geschützmontierung, als Lafetten und Protzen, dann Ladezeug, Bäder, Zugwagen, Packsättel, einiges Schanzzeug etc., dann die Feldschmieden, Kanzlei­wagen, Werkzeugswagen und die ärztlichen Wagen. Die Vorratlafetten waren ebenso wie die Beservekarren. Bagagewagen und Feldschmieden zweispännig, die Munitions­wagen zwei- und vierspännig (selten sechsspännig), die Proviant­wagen vierspännig. Im Lager hatte die bei der Beserve befindliche unein­geteilte Mannschaft der Begirnenter, sowie des Bombardier- und Handlangerkorps, ihren Platz links von den Beserve- munitionswagen. Diese Mannschaft w-ar nach Branchen und in diesen kompagnieweise geordnet. Hinter den Beservemunitionswagen lagerte das eingeteilte Feldzeugamt, hinter der Linie der Beservegeschütze und deren Karren der Artilleriekommandant des Korps. Die Beservevorräte in den Felddepots umfaßten den Munitionsersatz für alle drei Waffen, einen Prozentsatz an Geschützen jeden Kalibers, Geschützmontierung, Ladezeug und Stückrequisiten. Ferner befanden sich bei diesen ein Depot des Arbeitsmateriales für die Patronenerzeugung, Geschütz- und Lafettenbestände in fertigem Zustande sowie das Bohmateriale dafür, Ersatzfuhrwerke samt Zugehör, Bäder, Packsättel etc. Die Dotation eines solches Depots war im allgemeinen abhängig von der Entfernung desselben vom Hauptdepot und stand andererseits auch mit der Stärke jener Truppe im Ein­klänge, für welche es angelegt war. Für den Beginn des Feld­zuges 1809 lauten die Befehle der Artilleriedirektion dahin, daß die Ausrüstung eines solchen Depots an Munition höchstens ein Drittel von jener der Armee respektive des Korps betragen dürfe. Mit der Vergrößerung der Entfernung vom Hauptdepot wurde es notwendig, die Vorräte in den Felddepots zu ver­mehren. Besonders trat dieser Fall für die Hauptarmee nach der Schlacht von Wagram ein, wo dieselbe mit dem Feld­depot in Ungarn stand, während die Hauptdepots in Böhmen lagen, die nächsten Verbindungen aber durch die französische Armee unterbunden waren.

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