Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Hauptmann Peters: Die Disposition des Obersten und Generalstabschefs Mack zum Angriff auf das französische Lager von Famars am 23. Mai 1793
Die Disposition Macks zum Angriff auf das französische Lager von Famars. 19 bedingten Mängel der Manövrierfähigkeit, waren Folgen dieses Systems. Taktische Einheiten höherer Ordnung gab es damals nicht; der Feldherr mußte sozusagen mit Bataillonen disponieren. Waren die Detailanordnungen zu einem in mehreren Kolonnen durchzuführenden Vormarsche fallweise einmal für eine Kolonne einem unterstehenden General überlassen, so wurde dies in der Disposition besonders betont. Das allzu streng gewahrte, wenn auch an sich gerechtfertigte Prinzip der Geheimhaltung, das damals immer nur ganz wenigen Mitgliedern der engeren Umgebung des Kommandanten Kenntnis des eigentlichen Planes einer Unternehmung gewährte, verhinderte auch meistens, daß den Unterführern und Kolonnenkommandanten die eigene Absicht, nach heutigen, geklärteren Begriffen die Grundbedingung zu einheitlichem, zielbewußt zusammenwirkendem Handeln der einzelnen Teile, bekannt war und dieser Umstand mag wohl auch den häufigen Mangel jedweder initiativen Tätigkeit im Gefechte erklären; der tote Buchstabe des Befehles unterdrückte sehr oftVerantwortuugsfreudigkeit und Selbständigkeit. Dies mußte aber rückwirkend dazu führen, daß man bestrebt war, alles zu befehlen und sich daher häufig in Details und in breiten Belehrungen verlor. Die nachstehende Disposition zum Angriff auf das französische Lager von Famars enthält, unter anderen charakteristischen Eigentümlichkeiten damaliger Befehlgebung, auch einige solcher Sätze der Belehrung für einzelne Waffengattungen. Sie sind sehr bezeichnend für die während des Krieges selbst gemachten Erfahrungen und dürften gerade hier durch das in den früheren Affären dieses Feldzuges (Gefechte von Aldenhoven, Löwen, Schlacht von Neerwinden etc.) bereits erkannte „regelwidrige” Vorgehen des Gegners, das damals ganz neue Tirailleurgefecht und dessen Wirkungen, insbesondere im Waldterrain, sowie durch die Erkenntnis der größeren Portee und Treffsicherheit des französischen Geschützes hervorgerufen worden sein. Die Armee des FM. Prinzen von Sachsen-Kobürg hatte in einer verhältnismäßig kurzen, ruhmvollen Operation 2*