Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Hauptmann Peters: Die Disposition des Obersten und Generalstabschefs Mack zum Angriff auf das französische Lager von Famars am 23. Mai 1793

20 P e t e r s. ihren Auftrag, die Niederlande zurückzuerobern, durchgeführt und stand anfangs April 1793 an der durch den mächtigen Vaubanschen Festungsgürtel geschützten Nordostgrenze Frank­reichs. Auch die Kontingente der Verbündeten, die Preußen unter dem Herzog von Braunschweig, Engländer undHolländer unter York und Oranien, waren endlich nach langen diplo­matischen und militärischen Unterhandlungen nahe genug heran­gerückt, um an eine einheitliche Durchführung des nunmehr festgestellten Operationsplanes schreiten zu können. Dieser lautete in großen ZügenJ): Während Prinz Koburg mit dem Zentrum Condé, Valenciennes, le Quesnoy, Landrecies und Maubeuge erobern und damit eine Basis für den Vormarsch auf Paris gewinnen soll, werden die Engländer und Holländer unter York und Oranien die rechte, Beaulieu die linke Flanke sichern. Aus der noch im April bestehenden und diesem Operationsplan entsprechenden, jedoch über 150 Kilometer ausgedehnten Kräftegruppierung: rechter Flügel: Oranien und York, circa 50.000 Mann, gegen Lille; Zentrum: Prinz Koburg, 70.000 Mann, bei Mons; linker Flügel: Beaulieu, 20.000 Mann bei Namur-Cincy, konzentrierte sich Koburg Mitte Mai derart, daß die kaiserlichen Truppen und das englisch-hannoveranische Korps unter York in den Kaum Condé, Valenciennes, Bavai, die Preußen bei St. Amand zu stehen kamen 2). Ein Teil der Holländer unter dem Erbprinzen von Oranien blieb einerseits bei Orcq vor Tournai als rechter Flügel (der andere Teil, unter dem Prinzen Friedrich von Oranien in Flandern), das österreichische Korps FML. Beaulieu andererseits als linker Flügel, beziehungsweise Verbindung mit den österreichischen Kräften bei Trier und Luxemburg, bei Namur detachiert3). Schon vor Beginn dieser Konzentrierung, Mitte April, begann Koburg die Belagerung von Condé; am 30. April *) *) Horsetzky, Kriegsgeschichtliche Übersicht der wichtigsten Feldzüge der letzten 100 Jahre. 2) Hiezu Textskizze 1. s) Schels, Die Eroberung der Niederlande. „Österr. militärische Zeitschrift”, 1813, I.

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