Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Hauptmann Veltzé: Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. Die österreichische Offensive in Italien 1809 (10. bis 30. April) - Die französisch-italienische Armee
Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. 137 Udine und bei Valvasone ; zwischen dem Tagliamento und der Piave war die Division Grenier im Anmarsche und hatte Pordenone, Sacile und Conegliano erreicht, während die italienische Division Severoli Padua passierte, Barbou im Begriffe stand Treviso, Citadella und Bassano zu verlassen. Die Division Lamarque hielt Verona, die 2. italienische Division unter General Fontanelli Montechiaro besetzt; die beiden Dragonerdivisionen unter den Generalen Guérin und Pully standen an der Etsch. Die königliche Garde war von Mailand aufgebrochen und auf dem Marsche gegen Verona begriffen. Die aus dem Königreiche Neapel vordisponierte Division Durutte befand sich in den ersten Tagen des Monats April in Rom. In Istrien standen beiläufig 1000 Mann als Garnisonstruppen in Capo d’Istria, Pirano, Rovigno, Pola und in anderen Küstenstädten. In Tirol waren an bayrischen Besatzungstruppen verteilt : 5 Bataillone, 2 Eskadronen und 1 */* Batterien (4500 Mann} unter General Kinckel; an französischen Truppen 5 Bataillone und 2 Eskadronen (4600 Mann), welche auf dem Durchmärsche nach Deutschland begriffen, beim Ausbruche des Krieges sich bei Brixen befanden und deren Reste nach den Kämpfen bei Mühlbach, Sterzing, etc. dem Befehle des Generals Baraguey d’Hilliers unterstellt wurden1). *) Um nur an wenigen Beispielen zu zeigen, mit wie ungleichem Maße in gegnerischen Abhandlungen die beiderseitigen Stärkeverhältnisse angegeben wurden und zum größten Teile noch werden, sei einerseits darauf verwiesen, daß man die gesamten innerösterreichischen Landwehren, mitunter sogar die Reserven geflissentlich und mit dem vollen Sollstande bei der Feldarmee des Erzherzogs Johann ausgewiesen findet, ob sie nun an den Operationen aktiv teilgenommen hatten oder nicht. Von der im Lande durch Konskription gebildeten italienischen Armee sehen wir dagegen stets nur die beiden Divisionen Severoli und Fontanelli sowie die königliche Garde, zu Beginn des Feldzuges zusammen zirka 18 bis 20.000 Mann zählend, genannt, während selbst französische Quellen die Stärke der ,,italienischen” Truppen gegen Ende 1808 mit zirka 50.000 Kombattanten angeben und Teile derselben als Garnisonen in Mailand, Verona, Mantua etc. verwendet waren, also dieselben Dienste verrichteten, wie sie in so vielen Fällen den österreichischen Landwehren zukamen. Das österreichische Expeditionskorps gegen