Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Hauptmann Veltzé: Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. Die österreichische Offensive in Italien 1809 (10. bis 30. April) - Die Armee des Erzherzogs Johann

Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. 121 sowie an der Befestigung der Sperrpunkte gearbeitet. Für beide Zwecke war die Zeit zu kurz bemessen, die Schanz­arbeiten mußten sogar infolge des rauhen Spätwinters oft ganz eingestellt werden. Nach den erhaltenen Berichten waren die Landwehren von Kärnten i:nd Steiermark gut uniformiert, bewaffnet und auch notdürftig einexerziert, desgleichen jene von G-örz; in Triest galten sie als vorzüglich und nur in Krain blieb noch das Meiste zu wünschen übrig1). Man war sich in Wien noch zu Anfang des Monats März nicht klar, auf welche Art die beiden Korps im Süden der Monarchie, hinsichtlich der Operationen der Hauptarmee, am besten und am zweckmäßigsten zu verwenden seien. Ihre allgemeine Bestimmung ging dahin, Tirol zu besetzen und die französischen Kräfte in Italien und in Dalmatien lahm­zulegen. Aber bei jeder neuen Heise nach Wien fand der Erz­herzog, bezüglich der zu ergreifenden Maßnahmen, andere Gesichtspunkte vorherrschend. Die impulsive Natur des jugendlichen, kampfesfreudigen kaiserlichen Prinzen drängte mit aller Macht einer Offensive zu und es muß menschlich begreiflich erscheinen, daß er von den ihm unterstellten Truppen keinen Mann missen wollte. Erzherzog Johann setzte demnach der Absicht des Generalquartiermeisters der Armee, FML. Mayer von Heldens­feld, das VHI. Korps gegen Salzburg zu ziehen, um es für den Hauptschlag bei der Hand zu haben, hingegen an der italieni­schen Grenze und Dalmatien gegenüber, bis nach erfolgter Entscheidung an der Donau in der Defensive zu verbleiben, den hartnäckigsten Widerstand entgegen. Am 13. März traf der Erzherzog in Wien ein und setzte es durch, daß der diesbezüglich schon ausgefertigte Befehl am nächsten Tage wieder rückgängig gemacht wurde2). Sehr zum Nachteile des Ganzen; denn wie die folgenden Ereignisse gezeigt haben, vermochten die glänzenden Waffen­taten der Österreicher in Italien, ihr Vordringen bis an die ') Hormayr, 1817, 35. 2) FML. Mayer an den Prinzen de Liene, Hormayr, 1817, 405; Pelet, III, 106.

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