Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809
94 Sernek. Das 7. Korps1) fand in Galizien die bestehende galizische Ausrüstung zur Übernahme vor. Dieselbe mußte aber vom 3. Regiment mid dem Bombardierdetachement aus Olmütz ergänzt werden. Das 8. und das 9. Korps2), welche mit 2V2 respektive 3V2 Artilleriekompagnien auszurüsten waren, erhielten die vom 2. Regiment zu Graz kommandierten 2 Kompagnien und 4 Kompagnien aus Wien. Die Bombardierdetachements in der Stärke von 1 Ober- offizier, 6 Oberfeuerwerkem, 11 Feuerwerkern, 30 Bombardieren für das 8. und 1 Hauptmann, 1 Offizier, 8 Oberfeuerwerkern, 15 Feuerwerkern und 30 Bombardieren für das 9. Korps wurden aus Wien zudisponiert, die Feldzeugamtsdetachements aus Wien und Graz respektive (für das letztere Korps) aus When und Brünn. Das 1. Reservekorps erhielt 1 Kompagnie des 4. Regiments aus Budweis, 1 Oberfeuerwerker, 3 Feuerwerker, 10 Bombardiere des Bombardierkorps und ein Feldzeugamtsdetachement aus Brünn. Das 2. Reservekorps wurde mit 2 Kompagnien des 3. Regiments aus Olmütz, einem Bombardierdetachement, bestehend aus 3 Oberfeuerwerkern, 5 Feuerwerkern, 15 Bombardieren aus Wien und einer Feldzeugamtsabteilung aus Brünn dotiert. Gestalteten sich die Verhältnisse für die Zudisponierung der Artilleriepersonen ziemlich einfach und die Mobilmachung der Artillerie nicht behindernd, so war dies bei der Aufbringung des nötigen Handlangerpersonals keineswegs der Fall. Wie schon erwähnt, war das Handlangerkorps gewissermaßen nur ein in Kompagnien formierter Kader für den Kriegsstand. Die Friedenskompagnie zählte etwas über 200 Mann; es standen daher nur 1779 Mann zur Verfügung, eine Zahl, die um mehr als 5000 Mann hinter dem Bedarfe zurückblieb3). Nebenbei mußten bei der fortschreitenden Augmentierung die Kriegskompagnien erst formiert werden. !) K. A., H. K. E. 1809, K. 12, 45/27. 2) K. A., H. K. E. 1809, K. 12, 45/63. 3) Nach den Standeslisten des Handlangerkorps für 1809.