Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen

— 42 — Die Patrontaschen der Mannschaft werden seither nicht mehr über die linke Schulter gehängt, sondern an einem Leibriemen von braunem Naturleder getragen1) und hat jeder Mann deren zwei (für je 15 Stück Patronen). Dieser Leibriemen wird im Inspections- und Ordonnanzdienst zu Puss und zu Pferd als Dienstesabzeichen getragen. Zu den neu eingeführten Carabinern gehört nunmehr ein Carabiner- Riemen, gleichfalls von braunem Naturleder, mittelst welchem der Carabiner so über die linke Schulter gehängt getragen wird, dass der Vorderschaft auf dem Rücken aufliegt und die Mündung schräge nach aufwärts gerichtet ist. Weiters wurden die Blousen, Zwilchpantalons und Leibbinden eingeführt, endlich als Abzeichen für die besten Schützen Cocarden aus einer goldfarbigen Metall-Composition vorgeschrieben, welche an der linken Brustseite auf dem Waffenrock (Attila, Uklanka) getragen werden2). Beim Reitzeug wurden die Mantelsäcke abgeschafft, statt derselben Zwilch-Tornister (gegenwärtig aus Segeltuch verfertigt) vorgeschrieben. Die Pack-Tornister wurden bei der mit Carabinern bewaffneten Mann­schaft mit einer Patronen-Versorgungstasche (für 20 Stück Patronen) versehen und haben nunmehr auch von den Offieieren getragen zu werden3). Die neuartige Pferdedecke war nicht mehr 9 fach, sondern nur noch 4 fach zusammenzulegen4). Anlässlich der früher erwähnten gänzlichen Abschaffung der Pistolen wurden sämmtliche Unteroffieiere, dann bei den Uhlanen jene Mannschaft, welche die Pike führte6), mit dem Revolver (Modell 1870) betheilt, bei gleichzeitiger Abschaffung der Pistolenhalfter Revolvertaschen vorgeschrieben und haben auch-alle Officiere mit dem Revolver versehen zu sein6). Die ge- fammte Cavallerie führt einen einheitlichen Cavallerie-Säbel. An wichtigen Veränderungen, welche in den späteren Jahren eint aten, wären zu erwähnen: Abschaffung der Blousen bei der Mannschaft und Ein­führung von Stalljacken an deren Stelle; Einführung dunkelbrauner Woll- handschuhe statt der Fäustlinge, der Pelzröcke bei den Dragonern und Uhlanen u. s. w. Die Curschmiede, Büchsenmacher, Escadrons-Riemer und Officiersdiener, für welche bisher eine von der übrigen Mannschaft verschiedene Adjustierung vorgeschrieben war, haben nunmehr vollständig wie die übrige Mannschaft (Unterofficiere) des Regiments bekleidet zu sein und tragen die erstgenannten Chargen zur Unterscheidung Corporals-Borten an beiden Aermeln des Waffen­rockes (Attila u. s. w.), die Officiersdiener rothe Streifen am rechten Aermel (diese haben auch keine Parade-Kopfbedeckung). Beim Reitzeug wurden, abgesehen von der schon erwähnten Aenderung der Pferdedecken, 1883 neuartige Sättel mit Stahlzwiesel vorgeschrieben u. s. w., bei den Feld-Requisiten Zugslaternen (5 per Escadron) eingeführt. 1890/91 endlich wurde auch für die gesammte Cavallerie ein Repetier- Carabiner vorgeschrieben und die Regimenter successive mit demselben betheilt7). J) Seit 1899 ein neuartiger Leibriemen mit C arab in erstrupfen ein geführt. 2) Dieselben zeigen in der Mitte des Schildes zwei gekreuzte Feuerwaffen (Carabiner und Revolver). 3) Beim Ausmarsch in das Feld haben die Officiere nunmehr auch die Hufeisen­tasche, den Hafersack, Futtertornister, eine Essscliale und den Pferdepflock mitzuführen. *) Seit 1894 ist eine solche vorgesclirieben, welche 6 fach zusammengelegt wird, dagegen entfielen die Sattel-Filz-Unterlagen. 5) 82 (später 48) Mann per Escadron mit Carabinern, der Rest mit Piken bewaffnet. (Siehe auch ,,Uhlanen”.) °) Gegenwärtig Revolver Modell 1870/74 im Gebrauche. 7) Gegenwärtig für Neuanschaffungen der Repetier-Carabiner Modell 1895 normiert. Die Patronenhülsen nunmehr aus Messing (bis 1882 aus Tombak).

Next

/
Oldalképek
Tartalom