Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)
Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen
- 34 — Statt der bisherigen Pallasche endlich wurden schwere Cavallerie- Säbel, beim Offleier mit durchbrochenem Korbe, eingeführt, für den bisher von Husaren undUhlanen getragenen Säbel die Benennung „leichter Cavallerie- Säbel” normiert. Kurz nach dem Feldzuge 1859 wurde aus einer Anzahl von während desselben aufgestellt gewesenen Freiwilligeii-Husareii-Divisionen zwei Husaren- Kegimenter, vorläufig mit zwei Divisionen formiert1), welche die Benennung als Freiwilligen-Husaren-Regimenter und die Nummern 13 und 14 führten. Mit 1. März 1860 wurde verfügt, dass die Cavallerie in Hinkunft aus 12 Cürassier-, 2 Dragoner-, 12 Husaren-, 12 Uhlanen-, dann 3 Regimentern „Freiwilligen-Cavallerie” (2 Husaren-, 1 Uhlanen-Regiment) zu bestehen habe, ln Durchführung dieser Bestimmung wurden die Dragoner-Regimenter Nr. 1, 2, 3 und 6 in Cürassiere umgewandelt und erhielten als solche die Nummern 9 bis 12; die Dragoner-Regimenter Nr. 5 und 7 blieben als solche bestehen und nahmen die Nummern 1 und 2 an. Die Dragoner-Regimenter Nr. 4 und 8 wurden ganz aufgelöst. Die Cürassiere, welche gleichzeitig die Cürasse ablegten, hatten allein zur schweren, die Dragoner, Husaren und Uhlanen zur leichten Cavallerie zu zählen. Da die Regimenter der schweren, sowie der leichten Cavallerie den Stand von sechs Escadronen anzunehmen hatten, so wurden bei den Husaren und Uhlanen die vierten Divisionen aufgelöst, beziehungsweise zumeist zur Completierung der obgenannten drei Regimenter der Freiwilligen-Cavallerie verwendet8). Diese drei Regimenter hatten eine dritte Reiter-Gattung leichtester Art, „die Freiwilligen-Cavallerie”, zu bilden3) und wurden die beiden Husaren - Regimenter, welche die Nummern 1 und 2 zu führen hatten (das erstere auch noch die Benennung „Jazygier und Kumanier Frei- willigen-Husaren-Regiment”), aus den bisherigen Husaren-Regimentern Nr. 13 und 14, welche durch Eintheilung von je vier aus den aufzulösenden vier Divisionen der übrigen Regimenter gebildeten Escadronen auf den für diese Regimenter neu systemisierten Stand von vier Divisionen completiert wurden4), gebildet. Zur Formierung des Freiwilligen-Uhlanen-Regiments gaben vier Uhlanen- Regimenter ihre 4. Division ab. Die Escadronen dieser Regimenter hatten im Frieden einen geringeren, im Kriege einen um 20 Gemeine höheren Stand als jene der übrigen leichten Reiter-Regimenter. Die Inhabers-Rechte über diese drei Regimenter wurden bis 1861 durch das Armee-Ober-Commando ausgeübt. In den nächstfolgenden Friedensjahren erfuhr die Ausbildung der Cavallerie, insbesondere in Bezug auf Trainierung von Mann und Pferd, nach den vom Obersten (später General-Major) Freiherrn von Edelsheim, welcher sich 1859 als tüchtiger Reiterführer bewährt hatte, eingeführten Principien, wesentliche Verbesserungen, wodurch die Leistungsfähigkeit der k. k. Cavallerie auf eine hohe Stufe gebracht und deren unbeschränkte Verwendung sowohl in der Masse, als in offener Ordnung und im wechselnden Terrain angebahnt wurde. Zu Folge Allerhöchster Entschliessung vom 7. Juli 1862 hatten die Frei- willigen-Cavallerie-Regimenter als solche aufzuhören und mit den Nummern *) *) Die gleichfalls zur Aufstellung gelangten früher erwähnten Serezaner und leichten Reiter-Divisionen der Grenz-Regimenter wurden, ohne ausmarschiert zu sein, wieder aufgelöst. 2) Näheres hierüber siehe: „Organisation der Husaren und Uhlanen, sowie die Geschichte der einzelnen Regimenter”. 3) Ueber deren Bestimmung siehe Seite 10. 4) Die bisherigen zwei Divisionen dieser Regimenter verblieben als erste und zweite, während die neu eingetheilten Escadronen die dritte und-vierte Division bildeten.