Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die bestehenden k. und k. Cavallerie-Regimenter - A. Die Dragoner-Regimenter Nr. 1-15

Böhmisches Dragoner-Regiment. (1835) Windisch-Graetz, Alfred Fürst zu, FM. (f in Wien, den 21. März 1862.) (Das Regiment hat diesen Namen auf immerwährende Zeiten zu behalten.) Seit dem Jahre 1757 wurde im Regimente, zum Andenken an die ausgezeichnete Tapferkeit, welche es in der Schlacht bei Kolin mit seiner damals eben neu geworbenen, noch ganz jungen unbärtigen Mannschaft, trotz des, unter Hinweisung auf diesen Umstand, aus­gesprochenen Zweifels des commandierenden Generals, bewiesen hatte, vom Obersten bis zum Gemeinen kein Schnurrbart getragen. Das Fortbestehen dieser auszeichnenden Erinnerung wurde von Sr. kaiserlich-königlichen Apostolischen Majestät Franz Joseph I. unterm 5. October 1850 allergnädigst genehmigt. Anlässlich der im Jahre 1839 dem gesummten k. k. Heere gewährten Bartfreiheit wurde jedoch mit der Allerhöchsten Entscliliessung vom7.December 1869 die Form der vorerwähnten Auszeichnung abgeändert und dem Regimente das Recht ertheilt, seiner demselben aus­nahmsweise belassenen Estandarte ein besonderes Band mit dem als Devise eingestickten Stadt-Namen ,,Kolin” beifügen zu dürfen; — neuerlich geruhten Se. k. und k. Apostolische Majestät Franz .Joseph I.. mit Allerhöchstem Handschreiben vom 26. August 1875 aller­gnädigst zu bewilligen, dass das Regiment von seinem früheren, ihm vom Jahre 1757 bis zum Jahre 1869 zugestandenen Privilegium, keinen Schnurrbart zu tragen, wieder Gebrauch machen dürfe. Seit dem Jahre 1791 besitzt das Regiment eine grosse goldene Ehren-Medaille mit Ohr und Band an der Estandarte, mit dem Brustbilde Weiland Sr. Majestät des Kaisers Leopold II. und mit der Aufschrift : ,,Á la fidélitó et valeur signalóe du régiment de Latour-Dragons, reconnue par l’Empereur et Roy.” Errichtung und nachgefolgte Veränderungen. 1725 laut Patent vom 1. Mai aus den 1714 aus spanisch-habsburgischen in kaiserliche Dienste über­nommenen niederländischen National-Regimentem Westerloo, De Ligne und Holstein-Norburg, als reguläres Dragoner-Regiment formiert. 1731 Theile der aufgelösten Auctions-Compagnien der Regimenter Savoyen (Nr. 13), Philippi (Husaren Nr. 15) und Batthyányi (Dragoner Nr. 10) incorporiert. 1740 zwei Compagnien des aufgelösten Dragoner-Regiments Württemberg incorporiert. 1758 stellte der Inhaber FML. Fürst Löwensltein ein Chevauxlegers- Regiment ä 12 Compagnien auf, welches anfänglich unter den Namen „Jung- Löwenstein” diesem Regimente angegliedert blieb, 1759 jedoch von demselben abgetrennt wurde (heute Uhlanen-Regiment Nr. 7). 1760 wurde das Regiment in ein Chevauxlegers-Regiment umgewandelt, 1765 jedoch wieder zum Dragoner-Regiment rückübersetzt. 1768 die Grenadier-Compagnie in eine ordinäre Escadron umgewandelt. D Als Dragoner-Regiment Nr. 14 rangierte von 1793—1802 das 1860 als Toscana Nr. 4 aufgelöste Regiment Levenehr.

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