Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen

Die innere Organisation der kaiserlichen im Allgemeinen. R eiter-Regim enter 1618—1649. Die in den ersten Jahren des 30jährigen Krieges bestandenen Reiter- Regiment er, welche entweder als Arquehusier- oder als Cürassier-Regimenter aufgestellt wurden1) und im Gegensätze zu den Regimentern zu Fuss im Allgemeinen auch „Regimenter zu Pferd” (zu Ross) genannt wurden, hatten durchschnittlich einen Soll-Stand von 500 bis 1000 Mann und Pferden und waren in administrativer Richtung in Compagnien (mitunter auch noch „Fahnen” genannt) zu 100 Mann getheilt* 2), welcher Stand jedoch in Folge der vielen Verluste, welche die Regimenter im Laufe des Krieges wiederholt erlitten, in den seltensten Fällen erreicht wurde, so dass, insbesondere in den letzten Jahren, starke Regimenter mit einem solchen von 600 bis 700, schwächere oft nur mit einem solchen von 200 bis 300 Mann ausgewiesen wurden. Die später auftretenden Dragoner-Regimenter, sowie die Croaten, hatten meist einen noch geringeren Stand3), doch sollten erstere nach einer Verfügung vom Jahre 1647 auf den gleichen Stand gesetzt werden wie die Cürassiere. An der Spitze eines Regiments stand der Obrist, beziehungsweise Obrist-Inhaber 4). Das übrige Personale des Regiments-Stabes bestand aus: 1 Obrist­lieutenant, 1 Obristwachtmeister (erst von circa 1628 an bei allen Regimentern), 1 Quartiermeister, 1 Schultheiss (Auditor), 1 Caplan, 1 Regiments-Secretär, 1 Wagenmeister, 1 Proviantmeister5), 1 Heerpauker (nur bei den Otirassieren und Arquebusieren), dann aus dem Profoss mit seinen Leuten (cum suis). Zur Prima-plana6) einer Compagnie zählten: 1 Rittmeister (bei den Dragonern Hauptmann genannt"), 1 Lieutenant, 1 Wachtmeister, 1 Cornet (Fähnrich hei Dragonern), 1 Fourier (Quartiermeister), 1 Musterschreiber, 1 Feldscher, 1 bis 2 Trompeter (Tamboure bei Dragonern). x) Bezüglich der Vermischung dieser beiden Reiter-Gattungen siehe Seite 8. 2) NormaLmässig und in den. ersten Jahren wurden die Regimenter mit 500 oder 1000 Mann in fünf (zehn) Compagnien formiert, später erscheinen jedoch auch Bestallungen auf Regimenter in der Stärke von 000, 700 auch 800 Mann in sechs (sieben oder acht) Compagnien ausgefertigt, ln den allerletzten Jahren wurden ausnahmsweise auch Regi­menter mit einem Stande von nur drei bis vier Compagnien formiert. 3) Siehe auch die betreffenden Reiter-Gattungen, da Details, um Wiederholungen zu vermeiden, nur bei letzteren aufgeführt werden. 4) Nachstehende Bestimmungen galten nur für die regulären Regimenter; die ir­regulären Croaten hatten überhaupt keinen Stab, oder lässt sich dessen Zusammensetzung nicht actenmässig nachweisen. 5) Diese Charge war einige Zeit aufgehoben, erscheint jedoch von circa 1640 an wieder bei allen Regimentern. 6) Bezüglich der Bedeutung dieses Ausdruckes siehe I. Band, Seite SO.

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