Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)
Die Cavallerie - Aufbringung und Ergänzung der Cavallerie
- 116 gestellte Pferde sicher zu stellen. Der Hauptlieferant war der Jude Julius. Dieser bezog die Pferde laut Contract aus den holsteinischen, jenseits der Elbe liegenden Gebieten. Die accordierten Preise waren ebenfalls 120, beziehungsweise 105 fl., aber auch 115 und 100 fl. Doch erreichte der Preis durch die Nebenspesen, im Frieden, in den Jahren 1775—1779 die Höhe von circa 131, beziehungsweise 116 fl. Im bayerischen Erbfolgekriege kam ein Pferd auf 163 fl. 10 kr., respective 148 fl. 10 kr. Im Ganzen lieferte Julius von 1778—1781 3120, respective 1238 Pferde. Laut Contract pro 1781 hatte er 648 Cürassier- und 465 Dragoner- Pferde zu liefern, mit dem Preise von 80, respective 70 Reichsthalern. Bei Ausbruch eines Krieges erlosch der Contract und trat ein neuer in Kraft, nach welchem Julius die Pferde auf seine Gefahr nach einem bestimmten Orte zu liefern hatte. Der Preis wurde um höchstens 5 Thaler vermehrt, an Mass Va Zoll nachgesehen. Vom Tage der Bekanntgabe musste er im Kriege binnen 8 Wochen 1000 Remonten und auf Verlangen binnen je 8 Wochen immer weitere 1000 liefern. Wie für die Mobilisierung, so waren auch für den Frieden die Verhältnisse bei der leichten Reiterei günstiger. Auch diese hatte gleich der schweren Reiterei für den Frieden eine Jahresergänzung von 10 Percent an Remonten. Dieselbe wurde für die in Galizien befindlichen leichten Regimenter durch das Remonten-Depöt des Rittmeisters Cavallar in der Bukowina beschafft. Dieser ergänzte seinen Abgang ausserhalb des Landes durch Ankauf junger Pferde, welche er bis zum 5. Jahre in eigens erbauten Unterkünften (37 Ställen) erzog. Sammt allen Spesen kam eine solche Remonte bis zum dienstfähigen Alter auf 163 fl. 47 kr., der Ankaufspreis, ebenfalls im Durchschnitt, betrug 17 Ducaten1). Die Regimenter in Ungarn und Siebenbürgen assentierten auf den hiezu ausgeschriebenen Pferdemärkten, ausserdem aus den Privat-Gestüten, bezogen aber auch von Lieferanten. Fixe Preise gab es hier nicht. Im Allgemeinen zahlte man in Ungarn für ein Chevauxlegers-Pferd 17 Ducaten, für ein Husaren-Pferd 15 Ducaten, in Siebenbürgen durchschnittlich 18, in Galizien 19 (17) Ducaten. Die Lieferanten erhielten im Frieden meist 15 Ducaten, im Kriege, wo stets die Beschränkung des Alters von 5—7 Jahren galt, 19, respective 17 Ducaten. Mit der 1781 erfolgten Einführung der Remonten-Assent-Commissionen änderten sich die Verhältnisse insoferne, als die Assentierung für die galizischen Regimenter einstweilen allerdings noch bei Cavallar blieb, jene in Ungarn und Siebenbürgen aber ganz den daselbst activierten Remonten-Assent-Commissionen zufiel2). Solche bestanden für Ungarn zwei. Sie standen unter einem Director (Oberstlieutenant Einsiedl), welcher in Pest stationiert war und hatten in Ungarn und Siebenbürgen die Remontierung der Chevauxlegers- und Husaren - Regimenter zu besorgen. Hiezu bestand jede aus 1 Officier, 1 Wachtmeister, 1 Schmied, 2 Corporalen, 20 Gemeinen von Chevauxlegers, dann 1 Officier, 1 Wachtmeister, 3 Corporalen, 80 Gemeinen von Husaren. Der Director war für die schnelle Aufbringung der Remonten verantwortlich und hatte schon im Frieden für den Kriegsbedarf sich durch Kennt- niss des Pferdestandes der Comitate zu orientieren und dem Hofkriegsrath jährlich zu berichten, dann die Ortschaften zu bestimmen, wohin die Pferde zu stellen seien. Die Officiere hatten die schon erwähnten Pflichten und mussten auch die Gestüte besuchen. Remonten konnten im Frieden im Alter von 3—7 Jahren assentiert werden, 3jährige aber nur bis zu einem Dritttheil des Bedarfes. *) *) Cavallar zahlte 1780 für ein Chevauxlegers-Pferd 19 Ducaten, für ein Husaren- Pferd 15 Ducaten. 2) Es sollte auch in Galizien eine solche Assent-Commission errichtet werden doch wurde deren Activierung verschoben, bis in späterer Zeit das Commando Cavallar’s aufgelöst würde.