Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Chirsten: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Schluss) - Das Treffen bei Jemappes am 6. November 1792
262 Christen. der Höhe von Cuesmes ungestört in drei Linien: erste und zweite Infanterie, dritte Cavallerie in Staffeln beiderseits und blieb weiter vollkommen unthätig stehen; er wartete den Ausgang des Kampfes im französischen Centrum und auf dem linken Flügel ab ; nur seine vorgeschobenen Geschütze feuerten unaufhörlich. Mittlerweile hatte dort der Kampf sich abgespielt. Gegen die Ortschaft Jemappes und die südlich davon liegende Höhe, also gegen den österreichischen rechten Flügel, drangen der französische linke Flügel, 9 Bataillone und die »Belgier«, sowie das Centrum, 18 Bataillone, vor, mit den Geschützen vor der Front, mit Cavallerie in dritter Linie. Die österreichischen Jäger räumten nach kurzem Kampfe die Wäldchen auf dem Südhange. Der französische Angriff auf den Obertheil dieser Höhe wurde aber, insbesonders durch die zähe Tapferkeit des Regiments Bender (Nr. 41), zweimal zurückgewiesen1). Die österreichischen Escadronen, Blanckenstein-Husaren und Coburg-Dragoner, drangen wiederholt mit Todesverachtung auf die Feinde ein. Die österreichische Tapferkeit konnte der mehr als vierfachen französischen Uebermacht, hauptsächlich dem überwältigenden feindlichen Geschützfeuer auf die Dauer nicht widerstehen. Es gelang der französischen Infanterie nach wiederholtem Sturme, auf dem Scheitel dieser Höhe nahe dem südlich gelegenen Wäldchen sich festzusetzen. Noch war ein Rückschlag von österreichischer Seite möglich: wenn das verschanzte Jemappes, von den Frei-Corps- Compagnien festgehalten, eine sichere Flügelstütze bot, so konnten die bis dahin trotz des harten, ungleichen Kampfes noch nicht erschütterten österreichischen Bataillone des Centrums und rechten Flügels versuchen, im Gegenangriffe den Feind von der Höhe südlich Jemappes wieder zu werfen. Die Grenadier-Bataillone Morzin und Barthodeisky hatten bis dahin den vom Scheitel jener Höhe nordwärts gegen die Ortschaft Jemappes abfallenden Hang mit unerschütterlicher *) *) Die beiden Bataillone Bender verloren in diesem Kampfe 14 Officiere und fast 400 Mann.