Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Jacubenz: Die cisalutanische Walachei unter kaiserlicher Verwaltung 1717 bis 1739 - Beilage 1. Allerunterthänigster Vortrag des Hof-Kriegsraths-Präsidenten Prinzen Eugen von Savoyen bezüglich der in den fünf walachischen Districten einzuführenden Werwltung
ic Walachei unter kaiserlicher Verwaltung. 241 Zehent aber gleichwohl, wie der Adel und die Klöster, alle drei Jahre abstatteten. Ausserdem wäre auch von jedem Kaufmanns-Gewölbe, wo man mit der Elle ausgemessen, ein Thaler, von jedem Schusterladen ein Thaler, von einem Seifenladen ein Thaler, von einem Wagen mit gesalzenen Fischen: mit zwei Ochsen bespannt 3 Thaler, von einem Wagen mit vier Ochsen, 6 Thaler und von einem mit sechs Ochsen, 9 Thaler bezalüt worden. Diese Proventen aber waren zur Besoldung der Ofliciere des Wojwoden bestimmt. Ueberdies musste die Provinz dem Wojwoden und dessen Officieren jährlich Fleisch, Brod, Wein, Kerzen, Reis u. s. w., nebst einem gewissen Geldbetrag, zum Unterhalte reichen. Endlich sei es auch üblich gewesen, dem Wojwoden am Heiligen Dreikönigs-Tage -einen silbernen, vergoldeten Becher, nebst einigen Kleinigkeiten zu verehren, welcher aber dagegen wiederum die Nobiles mit Tuch und Seidenzeug zu einem Osterkleid beschenkte. 23. Die Waaren betreffend, mit denen aus dieser Provinz in die Türkei, nach Ungarn und selbst nach Italien traficiert wird, bestanden solche in Ochsen, Kühen, Pferden, Schafen, Schweinen, Butter, Käse, Honig, Unschlitt, Salz, Rauchfleisch, Wachs, Wolle, Schafhäuten, Fuchsbälgen, Leder, Wein, gesalzenen Fischen und allerhand Getreide. 24. Endlich wären in diesem Lande sechs fiscalische Güter, welche den Namen einer Stadt führen, als: Rimnik, Ocna, Crajova, Caracalla, Oernez und Tärgu-Jiu, welche aber verwüstet sind. Unter diesen sei jedoch Crajova, jedesmal die Residenz des Banus, mitten im Lande und schön gelegen. I fieser Ort wäre zur grösseren Sicherheit der Insassen mit einer Mauer zu umgeben und dadurch einigermassen zu fortificieren, auch als künftiger Sitz des Banus und der königlichen Kammer zu nehmen und mit grösseren Privilegien, wenigstens jetzt anfangs, zu versehen, wonach die Einwohner selbst, wie sie sich schon verlauten lassen, trachten würden, den Ort erwähntermassen mit Mauern zu umgeben, obschon ausserdem, wenn das Land schon ein Jahr contributions- frei gelassen wird, pro fortificatione auf das zwanzigste Haus ein Mann zur Robot angeschlagen werden könnte. Weil aber Crajova keinen solchen Stand oder Lage hat, um daraus eine förmliche und dauerhafte Festung zu machen, eine solche jedoch für die Sicherheit der Provinz und der Einwohner tiefer in dem Land durchaus nöthig, so hat Graf Steinville dafürgehalten, dass der, eine Stunde davon näher gegen .die Donau an dem Flusse Syl gelegene Ort Sitian zu einer Festung am geeignetsten wäre, da derselbe von nichts dominiert wird, das Terrain eine fruchtbare und mit vielen Lebensmitteln versehene, von tiefen, nur mit Schiffen passierbaren Gewässern umgebene Insel bildet und auch sonst eine sehr günstige Situation und Beschaffenheit hat. O p i n i o : Dieses vorliegende, von den Deputierten der diesseits der Aluta gelegenen, unter Ew. Kaiser! Majestät Oberherrschaft gediehenen fünf walachischen Districte aflerunterthänigst angebrachte Gesuch und die Mittheilungon des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge. XII. 1(>