Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Jacubenz: Die cisalutanische Walachei unter kaiserlicher Verwaltung 1717 bis 1739 - Die Cameral-Verwaltung - Steuern - Sonstige Einkünfte

222 Jacubenz. Ferner: 1. Yornici und Ispravnioi haben auf jede mögliche Weise die in den Wäldern verstreuten Einwohner in ihre Dörfer zu­rückzubringen. Ausserhalb der Dörfer dürfen nur solche Leute wohnen, die als Wächter von Bienenzuchten und Weingärten angestellt sind. Darüber sei ihnen aber vom Dorf-Vorsteher eine Bescheini­gung auszustellen, damit jederzeit constatiert werden könne, wohin sie gehören und wo sie contribuieren. 2. Die Contributions-Listen haben die Namen der in jedem einzelnen Dorfe wohnenden Familien zu enthalten. Diese Listen sind der Administration vorzulegen. Die Freizügig­keit von Dorf zu Dorf ist bei Strafe, sowohl für den Aus­wanderer. als für den Orts-Vorsteher, der ihn aufnimmt, ver­boten. Es ist nicht mehr gestattet, mehrere nebeneinander lie­gende Weiler zu Einem Orte und unter Einem Namen zu vereinigen. Jedes einzelne Dorf (Weiler) ist unter seinem eigenen Namen anzuführen und dessen Contribution auszu­weisen. 4. Ansiedler, die sich auf den,denFreibauern entbehrlichen Grundstücken neu niederlassen wollen, müssen sich vom Frei­dorfe getrennt ansiedeln, damit man den Wohnsitz der freien und unfreien Bauern leicht unterscheiden und die Contribu­tion hiernach bemessen könne. 5. Einwanderer aus der jenseitigen Walachei und aus den an der Donau gelegenen türkischen Gebietstheilen dürfen sich in den hiezu bestimmten Orten beliebig ansiedeln und erhalten einjährige Abgabenfreiheit. 6. Den schon früher aus der Walachei und der Türkei Eingewanderten, welche genöthigt waren, sich in Orten nie­derzulassen, wo die Grundstücke für die Bevölkerung nicht hinreichen, werden anderwärtig Gründe angewiesen u. s. w. Ungeachtet all’ dieser Vorkehrungen, gab es auch in den folgenden Jahren genügend Anstände und Beschwerden; denn die Ausführung der ergangenen Befehle liess wegen Mangel an geeignetem und verlässlichem Personal viel zu wünschen übrig.

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