Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 47 folgenden Actensfcücken zu entnehmen, dass der Commandant des Szekler-Husaren-Regiments, Oberst Joseph von Barbaczy, mit der Einleitung dieser Anstalten beauftragt war. Und gleich hier drängt sich bei einiger Aufmerksamkeit wieder eine Frage auf: wenn GM. Schmidt, wenn alle andern höheren Officiere des Corps Kospoth wirklich die Ermordung der fran­zösischen Gesandten geplant hätten, warum wurde nicht eine der Emigranten - Abtheilungen Saxe und Bercsény damit beauftragt, sondern gerade die Szekler-Biusaren, die weder deutsch, noch französisch verstanden? Das 13. Dragoner- Regiment, das zum Theil aus diesen Emigranten-Abtheilungen bestand, war ja, wie bekannt, mit einer besonderen Aufgabe betraut, in der Gegend von Pforzheim, Durlach und Ettlingen, also in der nächsten Nähe von Rastatt und war sogar dem Befehle des GM. Görger unterstellt worden1). Hätte man den Mord gewollt, warum verwendete man nicht Patrouillen dieser emigrierten französischen Truppen? Da war ja der natür­liche Hass der treugebliebenen Husaren gegen die Mörder ihres Königs, da war das weite Gebiet der aufgewühlten politischen Leidenschaft und damit die Möglichkeit, das Verbrechen, wenn schon nicht zu entschuldigen, so doch be­greiflich erscheinen zu lassen und deshalb milder beurtheilt zu sehen. Oder sollten die österreichischen Generale einen Mordbefehl ertheilt haben, ohne im Geringsten darüber nach­zudenken, wie die begangene That später zu entschuldigen wäre? Wir werden sehen, dass sie daran thatsächlich nicht gedacht, weil eine solche That eben nicht geplant war; dagegen wird sich zeigen, dass sie für das, was sie wirklich geplant, einen Entschuldigungsgrund thatsächlich in Bereitschaft hielten. Der Befehl an Oberst Barbaczy, falls ihm ein solcher schriftlich gegeben worden war, hat sich nicht mehr vorge­funden; er selbst richtete noch am 18. April das folgende Schreiben an seinen unmittelbaren Vorgesetzten, den GM. von Görger: »Den mir von Euer Hochwohlgeboren zutrauungsvoll gegebenen Auftrag werde ich mit aller in einem solchen Fall *) *) S. S. 20.

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