Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

48 Criste. nöthigen Vorsicht ausführen zu lassen bemüht sein. Zu diesem Ende habe ich einen Officier von dieser Allerhöchsten') Willensmeinung unterrichtet und ihm mit vertrauten Unter- officiers und Gemeinen die jenseitige Strasse von Rastatt aufzulauern befohlen.« »Da ich aber erst gestern mit einem von Rastatt hier zu Gernsbach gewesenen Baden’schen Hauptmann gesprochen und von ihm vernommen habe, dass die französischen Ge­sandten von ihrem Directorio den ausdrücklichen Befehl, in Rastatt ferner zu verbleiben, bekommen hätten, so ist zu vermuthen, dass dieselben nicht so bald von dem Con- gressort sich wegbegeben und dadurch die Ausführung dieser That in die Länge verschoben werden würde. Ich werde von heute an die Patrouillen bis an Rastatt poussieren, um hiedurch ihre Abreise zu befördern; ich unterfange mich aber hiemit anzufragen, ob ich solche auch hinein nach Rastatt schicken und was, im Fall die Baden’sche Besatzung dawider entweder protestierte oder sich wider­setzte, zu thun sei.« »Auch steht zu erwarten, dass die badischen Truppen, die den Congressort bewachen, von der etwa abgehenden Gesandtschaft zur Bedeckung mitgenommen werden dürften, weil selbst der von Stuttgart abgeschaffte und eben gestern in Rastatt angekommene französische Gesandte Trouvé mit einem württembergischen Officier escortiert war, auch von Pforzheim aus bis Ettlingen noch einen Officier des 13. Dragoner-Regiments bei sich hatte. Auf diesen Fall er­bitte ich mir ebenfalls Hochdero Massregeln, ob man auch diese Baden’schen Truppen oder Escorten feindlich be­handeln dürfe. Der eingelaufene Brief nach Weingarten wird bestellet, nur muss ich hier anmerken, dass derselbe von Euer Hochwohlgeboren zweifelsohne wegen Menge der Geschäfte zu petschieren vergessen und erst hier von mir versiegelt wurde.« »Ich muss noch so frei sein, Euer Hochwohlgeboren zu eröffnen, dass es höchst nöthig wäre, alle in Pforzheim an­*) Barbaczy spricht von einer »Allerhöchsten Willensmeinung«, weil ihm, wie jedem kaiserlichen Officier, jeder Befehl, gleich dem Dienste, ein »Allerhöchster« ist.

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