Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 45 dem Commandanten der Szekler-Husaren, Oberst Barbaczy, soll, ohne Bedenken, ohne Widerrede, ohne Vorstellung, einem Wunsche Folge geleistet haben, der nichts weniger enthielt als, gegen jedes Völkerrecht, fremde Gesandte zu — ermorden? Schon diese sich förmlich aufdrängenden Betrachtungen lassen es ausgeschlossen erscheinen, dass der Brief des GM. Schmidt auch nur einen derartigen Wunsch enthalten haben kann. Sehen wir übrigens zu, wie der Brief des Generals Schmidt von Seiten jener Officiere, die davon wussten, auf­genommen und was von ihnen in Folge dessen veranlasst wurde. GM. Graf Merveldt schrieb am 18. April an FML. Freiherrn von Kospoth: »Herr General von Görger hat in Rücksicht auf das gestern durch Courier erhaltene Schreiben des Oberstlieutenant Mayer die Anstalten so getroffen, dass wenn die Husaren das Nest nicht leer finden, die Sache wohl nicht fehlen wird! Hätte man nur ein paar Tage früher diesen Wunsch geäussert!« Glaubt man nun wirklich, dass österreichische Generale, darunter Merveldt, ein, wie Hüffer 'treffend bemerkt, »feingebildeter, als Diplomat von Landsleuten und Franzosen hochgeschätzter Officier«, sich wochenlang mit Mordplänen getragen hätten?1)«. Und nicht etwa auf Grund irgend eines durch höhere Rücksichten hervorgerufenen strengen dienstlichen Befehls von Seite des Generalissimus, sondern in Folge eines, hinter dem Rücken des Erzherzogs ent­standenen, in einem Privatbrief zum Ausdruck gebrachten Wunsches! Und gerade der notorisch liebenswürdigste und gebildetste der Generale, die von dieser »Idee« in Kenntniss gesetzt werden, verhehlt seine Freude darüber nicht, sondern ruft aus: »Hätte man nur ein paar Tage früher diesen Wunsch geäussert!« Und der fragliche Brief soll offen oder versteckt den Wunsch enthalten haben, die französischen Gesandten zu ermorden? Das kann nur glauben, wei die Fülle schlecht erfundener Anecdoten glaubt, die nach der Ermordung der Franzosen entstanden! Aber aus diesem Schreiben Merveldt’s allein schon geht bestimmt hervor, dass ein »Wunsch« bezüglich der französischen Gesandten l) Rastatter Gesandten-Mord. 41.

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