Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Anlagen
438 Criste. markgräflich baden’scher Husaren zu begleiten, nachgegeben, in der Folge es aber mit dem Zusatze wieder verweigert habe, dass, wenn gesandtschaftliche Personen mitgiengen, er für nichts stehen könne. Der Herr Hofrath, ausser den innigsten Versicherungen, wie auch ihm dieser schreckliche Vorfall äusserst wehe thue, setzte zu mehreren Malen hinzu, dass diese Begebenheit Seiner königlichen Hoheit ganz vorzüglich nahe gieng; dass Höchst Sie die strengste Untersuchung anstellen Hessen, eine eigene Commission desshalb unter dem Vorsitz des Herrn Feldmarschall-Lieutenants Grafen von Sporck angeordnet und einen eigenen Auditeur dieserhalb abgeschickt hätten; dass er beauftragt sei, mir zu sagen, wie sehr Seine königliche Hoheit den bevollmächtigten Herrn Ministern Dank für die übersandte Geschichtserzählung wüssten, zumal da Höchstdieselben erst aus derselben von den wahren Umständen der Begebenheit unterrichtet worden wären. Ich bat den Herrn Hofrath, Seiner königlichen Hoheit aufs Festeste zu versichern, dass eben dieses die Ursache sei, warum die Unterzeichneten bevollmächtigten Minister und Abgeordneten Ihm die durch mich übersandte Vorstellung der Begebenheit zu Füssen gelegt hätten, da manche Umstände darin enthalten wären, die weder der Herr Oberst, noch auch der Herr Rittmeister hätten wissen können, da Ersterer vor derselben, bei dem entgegengesetzten Thore, wo das Verbrechen begangen worden, gewesen sei; dass ferner die Unterzeichneten geglaubt hätten, es der allgemein bekannten Gerechtigkeitsliebe Seiner kaiserlichen Hoheit und der Ihm gewidmeten uneingeschränktesten Hochachtung und Ehrfurcht schuldig gewesen zu sein, Höchst Sie vön allen Umständen zu unterrichten, die Bezug auf diese traurige und schreckliche Begebenheit hätten. Der Herr Hofrath sagte mir ferner, dass Seine kaiserliche Hoheit zwar mehrere Berichte über diesen Vorfall erhalten hätten, allein keiner wäre ganz deutlich, weil in dem ersten der Herr Oberst von Barbaczy selbst gesagt habe, einige seiner Husaren, durch Raublust verblendet, hätten dies Verbrechen begangen, im folgenden aber, es sei zu vermutlien, dass Emigranten Theil daran gehabt; diese Meinung sei ihm selbst auch dadurch wahrscheinlich geworden, weil in der Darstellung stehe, dass einer der Mörder auf französisch zu dem lebenden Minister Jean Debry gesagt