Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Anlagen
Beiträge zur Geschichte des Bastatter Gesandten-Mordes. 437 von Barbaczy, nebst den Herrn Officieren, die bei dem zu Rastatt gewesenen Detachement befindlich waren, zu arretieren. Wie Höchstdieselben das Schreiben gänzlich gelesen hatten, geruhten Höchstdieselben noch hinzuzufügen, dass diese traurige Begebenheit Sie innigst schmerze und zwar umso mehr, weil es Sie aufs Unangenehmste überrascht hatte, der Höchstdieselben zu zweien verschiedenen Malen demVor- posten-Commandanten die strengsten Befehle gegeben hätten, für die Sicherheit der französischen Gesandten ernstlichst zu sorgen, einmal wie die Kriegs-Operationen es hätten möglich machen können, die Vorposten bis in die Gegenden von Rastatt zu poussieren und das anderemal späterhin. Sie würden die Sache auf’s Strengste untersuchen lassen, da Sie nicht allein sämmtlichen Herren Gesandten, die zu Rastatt gewesen wären, sondern auch Sich selbst und ganz Europa die strengste Genugthuung schuldig wrären. Um diese Sache aufs Genaueste zu untersuchen, hätten Höchst Sie schon eine eigene Untersuchungs-Commission angeordnet. Ich erbat mir hierauf die Befehle, wann ich wieder aufwarten dürfte, um mich unter- thänigst zu beurlauben und Ihre königliche Hoheit hatten die Gnade mir zu sagen, mich noch rufen lassen zu wollen.« »Einige Stunden darauf kam nach Auftrag Seiner königlichen Hoheit der Herr Hofrath Fassbender zu mir, der weitläufiger mit mir über die ganze traurige Angelegenheit sprach. Ich bezog mich im Allgemeinen auf die überreichte schriftliche Darstellung, welche der Herr Hofrath Fassbender, nebst allen Beilagen schon durchgelesen hatte und fügte nur noch einige Nebenumstände, die in der schriftlichen Darstellung nicht enthalten waren, hinzu; wie z. B. dass der zu Rastatt commandierende Herr Rittmeister die Thore hatte sperren lassen und dem königlich dänischen bevollmächtigten Herrn Minister, Kammerherrn von Rosen- krantz, nicht erlauben wollte, noch denselben Abend abzureisen ; dass ebenderselbe Herr Rittmeister im Anfänge dem Verlangen, welches mehrere Herren Gesandte geäussert hatten, den verwundeten französischen bevollmächtigten Minister Jean Debry und das übrige Personale und Gefolge der französischen Gesandtschaft bis an den Rhein, nebst der nunmehr bewilligten, vorher abgeschlagenen Escorte kaiserl. königl. und