Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April

156 Criste. strasse nach Plittersdorf abzusenden versprach. Nun kamen indess schon mehrere vom Mordplatz Geflüchtete, die es be­stätigten, dass wirklich alle drei Minister von Szeculy-Hvsaren mörderisch angefallen .und aus dem Wagen gerissen worden. Die Ermordung des Bonnier wurde von einem Augenzeugen, dem, der die Fackel bei seinem Wagen getragen, berichtet.« »Der markgräfliche Major von Harrant, dem indess statt des zugesicherten k. k. Officiers nur ein Wachtmeister mit­gegeben war, fand die Wagen noch auf dem Platze der Gräuelthat von etwa 50 Szeculy-Husaren, die mit Fackeln versehen waren, umringt (wobei er keinen Officier bemerken konnte), die im Begriffe waren, dieselben mit allen darin be­findlichen Unglücklichen, meistens in der Betäubung- sinnlos liegenden Menschen, um die Stadt herum abzu­führen. Wie der von Harrant ihnen ankündigte, dass die Wagen wieder nach der Stadt müssten, wollten dieses die k. k. Husaren anfangs nicht zugeben und behaupteten, die Wagen seien ihre Beute. Nur mit Anwendung von starken Drohungen behauptete der Major von Harrant, dass er im Namen des Bittmeisters als der einzige Officier jetzt hier commandiere und allein über die Wagen zu disponieren habe. Er fand die Leichname von Bonnier und Roberjot auf der Erde schrecklich misshandelt liegen. Da er den JeanDebry weder lebendig, noch todt fand, gab er sich alle Mühe, ihn zu suchen, schlug auch vor, unter Bedeckung von ein paar k. k. Husaren mit den seinigen in:s Holz zu reiten und ihn durch Rufung seines Namens vielleicht zu entdecken, aber die Husaren weigerten ihm diese Bedeckung, weil man im Holze auf andere kaiserliche Patrouillen stossen könne, welche in der Dunkelheit der Nacht die eigenen Leute nicht kennen und anfallen würden. Der von Harrant musste also die Aus­führung seines Vorhabens bis zu Tagesanbruch aussetzen und brachte indess sämmtliche Wagen in die Stadt zurück.« Angesichts der bereits festgestellten Thatsache, dass man in Rastatt rvährend der ganzen Nacht des 28. und noch am Morgen des 29. April vollständig im Unklaren war über die Person der Mörder *), ist die Angabe des »Authentischen Be­') S. S. 138 ff.

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