Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 157 riclites«, der fortwährend und mit voller Bestimmtheit von den Szekler-Husaren spricht, werthlos. Diese Werthlosigkeit springt noch mehr in die Augen, wenn man berücksichtigt, dass dieser Bericht erst verfasst wurde, nachdem Oberst Barbaczy in einem Schreiben an die deutschen Gesandten zugegeben hatte, dass seine Husaren die Mordthat verübt. Dass weder der Fackelträger, aber noch viel weniger die Herren Boccardi irgend welche bestimmte Angabe über die Mörder machen konnten, bedarf wohl keines weiteren Be­weises; möglich ist nur, dass einer oder der andere von den zurückgekehrten Franzosen die Vermuthung aussprach, dass Szekler-Husaren den Ueberfall ausgeführt: eine Vermuthung, die ja gewiss nicht ullzuferne lag. Dass diese Vermuthung, sie mag von wem immer und in welcher Absicht immer zuerst ausgesprochen worden sein, bei einem Theil der in Rastatt zurückgebliebenen deutschen Gesandten auf sehr empfänglichen Boden fiel, wird gewiss nicht Wunder nehmen. Ist doch Graf Görtz, der Führer und Sprecher der Gesandten, sofort mit einem fait accompli vor den Rittmeister Burk­hard hingetreten; hat ihn mit einer Sicherheit angeklagt, die förmlich verblüfft, wenn man berücksichtigt, dass weder Görtz, noch sonst Jemand damals noch wusste, wer die Fran­zosen überfallen. Von ganz besonderem Interesse und von viel zu wenig gewürdigter Bedeutung ist das in dem »Authentischen Be­richte« geschilderte Benehmen des Rittmeisters Burkhard gegenüber den fremden Gesandten. In diesem Benehmen so­wohl, als auch in den Antworten und Entgegnungen Burk- hard’s drückt sieh die unverhüllteste Verlegenheit, beinahe Fassungslosigkeit aus. Er widerspricht nicht einmal den Be­schuldigungen der Gesandten, er dachte offenbar nur daran, die angebliche That seiner Husaren zu mildern, zu rechtfer­tigen. Bei Nacht schweiften eben Patrouillen umher, meinte er, da könne dergleichen leicht geschehen; die französischen Minister hätten nicht bei Nacht reisen sollen — und erst als die Diplomaten dringender, heftiger wurden, da riss ihm endlich die Geduld und erbrauste auf: »Wollen Sie hiermit mir eine

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