Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall

Beiträge zur Geschickte des Rastatter Gesandten-Mordes. 137 dorf vielleicht befindliche Patrouillen abermals angehalten zu werden, um eine militärische Escorte anzusuchen. Der chur- maynzische Legations-Secretär übernahm dieses dem Rittmeister vorzutragen und die französischen Gesandten fuhren nun -wieder in einem markgräflichen Wagen nach dem Thore zu den Ihrigen.« Freiherr von Münch berichtigt: »Ich übernahm nicht, dem k. k. Rittmeister den Wunsch der französischen Gesandten vorzutragen, sondern blos im Allgemeinen, mich nach Möglichkeit zu verwenden, damit die französischen Gesandten eine Escorte bekämen. Ich gieng sogleich an’s Thor und sprach den daselbst commandierenden Unterofficier um die Escorte an; er antwortete mir, dass er hiezu keine Ordre habe, folglich eine Escorte zu geben nicht vermöge. Gemeinschaftlich am Thore mit dem zugleich anwesen­den badischen Minister von Edelsheim, veranlasste ich diesen Unterofficier sodann, sogleich zu dem commandierenden Officier zu reiten und ihm den Wunsch der französischen Gesandten zu hinterbringen. Ich habe nachher diesen Unterofficier nicht wieder gesehen und wegen seinem langen Ausbleiben wurde sodann der badische Major von Harrant selbst von dem Herrn Minister von Edelsheim an den k. k. commandierenden Officier abgeschickt1).« So klar war übrigens einzelnen Congress-Mitgliedern damals schon die Absicht der preussischen Gesandten, als sie das Verfassen des »Authentischen Berichtes« anregten, dass, wie Freiherr von Hügel meldete, »der fürstlich Taxis’sche Privat-Abgeordnete, Geheimer Rath von Vrints, zu Fuss Karls­ruhe verhess und seinen Wagen anderen Morgens nachkom- men liess, um die Unterschrift dieses Berichtes zu vermeiden, zu der er schon eingeladen war1 2)«. Darf schon aus dem Umstand, dass diejenigen Personen, welche auf das Zustandekommen des »Authentischen Berichtes« den meisten Einfluss hatten, nicht nur nicht vorurtheilslos, 1) Haus-Hof- und Staats-Archiv. Diese Berichtigungen sind vom 14. Juni 1799 datiert. 2) Haus-Hof- und Staats-Archiv. An den Beichs-Hof-Vicekanzler, 7. Mai 1799.

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