Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall
Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. ui Rothenfels zurückkehrte und die Nacht dort zubrachte, dann »ein wenig«, der Unterlieutenant Fontana, der in jener Nacht bekanntlich bei Plittersdorf stand. Deutsch verstanden allerdings alle diese Officiere und auch der eine Unterofficier, der später vor Gericht gestellt wurde — aber giebt es wirklich Jemanden, so müssen wir wiederholen, der glauben könnte, dass dieser Unterofficier mit seinen Leuten in einer Sprache gesprochen, ihnen Befehle ertheilt hat, in einer Sprache, die von der Mannschaft nicht verstanden wurde? Dass aber die Worte: »Schlagt sie nieder, die Schufte von Patrioten« etc. wirklich, ob deutsch oder französisch gerufen wurden, gilt als zweifellos. Aus den Aussagen aller Franzosen geht mit Bestimmtheit hervor, dass die Attentäter die grösste Eile hatten, dass der Ueberfall, die Ermordung thatsächlich »mit Blitzesschnelle« ausgeführt wurden. Diese That ist demnach von Leuten verübt worden, die eine Entdeckung, eine Störung zu fürchten hatten; welche Entdeckung, welche Störung hatten denn die Szekler-Husaren zu fürchten? Ob sie beauftragt worden sein sollen, den Mord zu verüben, oder ob sie ihn aus eigenem, frevelhaftem Antrieb ausgeführt, eine Störung hätten sie schwerlich zu befürchten gehabt. Sie konnten, in der oben ausgedrückten Weise den Mord sicher, fast möchte man sagen, bequem ausführen und ruhig wieder davon reiten. Anders, wenn der Mord von sonstigen Personen verübt wurde. Diese konnten und mussten fast mit Bestimmtheit befürchten, von irgend einer Seite gestört und ertappt zu werden. AYar doch Krieg in der ganzen Rheingegend, wusste doch jedes Kind in Rastatt und Umgebung, dass kaiserliche Patrouillen bei Tag und Nacht umherstreiften. Ist es da zu verwundern, wenn der LTeberfall »mit Blitzesschnelle« vor sich gieng? Immerhin war auch für die Szekler-Husaren eine Gefahr vorhanden, gestört oder sogar ertappt zu werden, weil die Mord- that fast in unmittelbarer Nähe von Rastatt, etwa 200 Schritte vom Rheinauer Thor verübt wurde. Selbst wenn nämlich die Husaren ebenso vorsichtig gewesen, als sie unvorsichtig und ungeschickt gewesen sein sollen und in der angedeuteten Art zu verhindern gesucht hätten, dass Einer oder der Andere des