Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

- 378 ­1707 war das Regiment bei den im Aosta-Thale zurückgebliebenen Truppen, 1708 bei der Occupation des Kirchenstaates. 1709—1712 nahm es an den verschiedenen Operationen in den West- Alpen (im Dauphiné) theil, kam jedoch nicht in das Feuer. 1712 ein Bataillon unter Obristwachtmeister Bärnklau an der Expedition gegen die toscanischen Präsidien (Gefecht bei 8. Colombano) theilgenommen. 1713 wurde das Regiment an den Rhein gesendet, traf aber erst nach Schluss der Operationen daselbst ein. 1716 auf dem Kriegs-Schauplatze in Ungarn, war das Regiment (drei Bataillone, zwei Grenadier-Compagnien) in der Schlacht bei Peterwardein und bei der Belagerung von Temesvár, während welcher Obristlieutenant Bärn­klau als Tranchee-Major vorzügliche Dienste leistete. 1717 zwei Bataillone und die Grenadiere Belagerung und Schlacht von Belgrad, ein Detachement in der Vertheidigung von Mehadia (das 3. Bataillon im Banate). Jung-Wallis1). 1734 ein Bataillon und die Grenadiere auf dem Kriegs­schauplätze in Italien, Gefecht bei Colorno, Schlachten bei Parma und Guastalla (Ueberfall auf Quistello). 1735 in Ober-Italien und Tyrol, ohne Gefecht. 1737 zwei Bataillone, zwei Grenadier - Compagnien bei dem Corps im Banate, Belagerung der Bergfeste Uzica, das 3. bei der Vorrückung in die Walachei. Browne. 1738 focht das Regiment bei Kornia, ein Bataillon bei Mehadia, das Leib-Bataillon unter Hauptmann Rebentisch Orsova tapfer vertheidigt, gegen freien Abzug capituliert. 1739 Schlacht bei Grocka, Treffen bei Pancsova. 1741 war das Regiment (zwei Bataillone und Grenadiere) in der Schlacht bei Mollwitz; ein Bataillon und die Grenadiere, welche früher schon die Ver­theidigung von Ottmachau mitgemacht, kamen als Besatzung nach Brieg und durften in Folge Capitulation dieser Festung zwei Jahre nicht gegen Preussen dienen. 1742 waren zwei Bataillone in dem Gefechte bei Zahaj und bei der Be­lagerung von Prag. 1743 machte das Regiment die Voi’rückuog an den Rhein und die Ope­rationen an diesem Flusse mit (vorher bei Erstürmung yon Deggendorf). 1744 am Rhein, dann in Böhmen; ein Bataillon in Freiburg verblieben, woselbst es mit den übrigen Truppen in Folge Capitulation in Kriegsgefangen­schaft gerieth. 1745 focht das Regiment (zwei Bataillone) bei Hohenfriedberg und Soor und rückte dann nach den Niederlanden ab, wo es 1746/47 die Schlachten von Rocour und Lawfeld mitmachte, ohne viel engagiert zu werden. Obristwachtmeister Franz Graf Lacy* 2) hatte die Be­willigung erhalten, den Feldzug in Italien mitzumachen und zeichnete sich vor Genua mehrfach aus. 1756 war das Regiment mit zwei Bataillonen und den Grenadieren in der Schlacht bei Lobositz. 1757 in jener bei Prag, dann bei der Vertheidigung dieser Festung, später war es bei der Belagerung von Schweidnitz und in den Schlachten von Breslau und Leuthen, in welch’ letzterer es im Vereine mit den Regimentern Hildburghausen (Nr. 8) und Pallavicini (Nr. 15) den Rückzug deckte. Regi- ments-Commandant Obrist Joseph Graf Browne sich bei einem Ausfälle aus Prag sehr ausgezeichnet. 1758 focht das Regiment bei Hochkirch, Oberstlieutenant Baron Koch und Major Paul Graf Serimann sich hervorgethan und erhielten beide später (1760/1761) den MTO. J) Zum Unterschied von dem Regimenté des FML. Grafen Olivier Wallis (1748 auf­gelöst) so genannt. 2) Der spätere Feldmarscliall.

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