Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
— 379 — 1759 zeichnete sich das Regiment unter seinem nunmehrigen Commandant en Obersten Baron Koch bei Maxen aus. Tillier. 1760 war es in dem Gefechte beiKunzendorf und in der Schlacht bei Torgau, in welch’ letzterer es bedeutende Verluste erlitt. Ulrich Kinsky. 1761/1762 stand das Regiment in der Haupt-Armee, ohne an einer grösseren Action theil zunehmen. Regiments-Inhaber Fürst Kinsky wurde nachträglich (1765) für mehrfache hervorragende Thaten, mit dem Commandeur-Kreuz des MTU. decoriert. 1778/1779 bei der Armee in Böhmen eingetheilt, wurde das Regiment, bei Brüx detachiert, voll General Möllendorf mit bedeutender Uebermacht überfallen und angegriffen und rettete nur das umsichtige Benehmen des Regiments-Commandanten Obersten Baron Kheul, welcher hiefür den MTO. erhielt, dasselbe vor gänzlicher Vernichtung. Die Grenadiere (Bataillon de Verre) ebenfalls in Böhmen, nicht in das Feuer gekommen. 1790 war ein Bataillon (Leib-Bataillon) unter den anlässlich des Aufstandes in den Niederlanden dahin als Verstärkung gesendeten Truppen. 1792 im Coips Clerfayt eingetheilt, war dieses Bataillon in dem Gefechte bei Orchies, dann im Verein mit dem nachgerückten 2. (Oberst-) Bataillon bei der Einnahme von Longwy, dann als Besatzung in Namur, woselbst beide, in Folge Capitulation, in Kriegsgefangenschaft geriethen. Vacat Kinsky. 1793 focht ein neuformiertes Bataillon in der Schlacht hei Wattignies. Die ebenfalls auf den Kriegs-Schauplatz in den Niederlanden gerückten Grenadiere (Bataillon Attems) standen vor Maubeuge (Schlacht bei Wattignies). 1794 war das Regiment in den Kämpfen vor Landrecies und an der Sambre (Rouvroy, Erquelinnes u. s. w.), dann bei dem Versuche, Ypern zu entsetzen, endlich in dem Gefechte vor Maastricht; das später als Besatzung in diese Festung gekommene 2. Bataillon durfte in Folge Capitulation bis zur Auswechslung nicht gegen Frankreich dienen. Die Grenadiere vor Landrecies, bei Rouvroy, Erquelinnes, Charleroi und Ypern (Rousselaer) gefochten. 1795 war ein Bataillon in den Gefechten bei Uckerath, Monsheim, Lambsheim und Bacharach; Regiments-Commandant Oberst Baron Mylius und Major Freiherr von Rehpach sich ausgezeichnet. Die Grenadiere bei der Belagerung von Maynz, am Tage der Erstürmung der Verschanzungen vor der Festung nicht in das Feuer gekommen. 1796 stand das Leib-Bataillon in und bei Maynz, nahm an einer Reihe von kleineren Gefechten (Vertheidigung der Rhein-Linie) theil und kam später zu der Belagerung von Hüningen. Das 3. Bataillon, welches 1792 bei der Occupation von West-Galizien mitgewirkt hatte, war auf den Kriegs-Schauplatz nach Italien gerückt und machte das Treffen von Fontaniva (Bassano) und die Schlachten von Caldiero und Arcole mit, in welch’ letzterer sein Commandant Major Rehpach, von bedeutender Uebermacht angegriffen, jede Aufforderung zur Waffenstreckung zurückwies, bis derselbe, tödtlich verwundet, in Gefangenschaft gerieth1). Die Grenadiere fochten bei Wetzlar, Würzburg und Limburg. Fürstenberg. 1797 wurde das obervvähnte Bataillon in der Schlacht bei Rivoli nahezu aufgerieben; das aus Deutschland nach Italien abgerückte Leib-Bataillon, ferner das in Wien reorganisierte Oberst-Bataillon, sowie die Grenadiere, welche gleichfalls dahin entsendet wurden, nahmen an den Rückzugs-Gefechten bei Tarvis und Judenburg theil; in der letztgenannten Affaire wurde das 2. (Oberst-)Bataillon vom Generalissimus Erzherzog Carl speciell belobt. 1799 auf dem Kriegs-Schauplatze in Italien eingetheilt (1. und 2. Bataillon) focht das Regiment bei Verona, Pastrengo, Magnano, San Giuliano, nahm >) Major Ee hpach, welcher mittlerweile zum Commandanten eines Grenadier-Bataillons ernannt worden war, starb kurze Zeit später, doch wird das betreffende Bataillon, dessen Commando er nie übernommen, mitunter irrig unter seinem Namen aufgeführt.