Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
- 341 — Vaux-Priches, Nouvion, Schlacht hei le Cäteau [26. April], Priches [29. April]) ehrenvollen Antheil. Das Leib-Bataillon später bei Rouvroy mit Auszeichnung gefochten, dann bei Erquelinnes, Charleroi (3. und 16. Juni), endlich Bückzugs-Gefecht zwischen Lüttich und Aachen (Sprimont). Die Grenadiere ausser den erwähnten Actionen noch bei Tournav und Fleurus gefochten. Eine Depöt- Abtheilung Yertheidigung von le Quesnoy. Das Oberst-(2.) Bataillon stand in Galizien. Begiments-Inhaber FML. Beaulieu erwarb sich in diesem Feldzuge das Grosskreuz des MTO. Benjovszky. 1795 die Grenadiere bei dem Sturme auf das feindliche Lager vor Mannheim und bei der Einschliessung dieser Festung, an welcher auch das Leib-Bataillon theilnahm; dieses später in dem Treffen bei Kaiserslautern (St. Martin), beide in dem Gefechte bei Gross-Fischlingen, wo sie sich die Allerhöchste Zufriedenheit erwarben. 1796 war das Leib-Bataillon als Besatzung in Philippsburg verblieben, das aus Galizien zur Armee gezogene Oberst-Bataillon focht unter seinem Interims-Commandanten Hauptmann Valló vich mit Bravour bei Teining, kam bei Amberg nicht in das Feuer, war ferner in dem Gefechte bei Geissenfeid, dem Ueberfalle auf Eichstädt (zwei Compagnien), dem Gefechte bei Bottweil. Das Bataillon zeichnete sich endlich noch bei Emmendingen, Langen-Denzlingen und Schliengen aus und kam schliesslich zu der Belagerung von Kehl, an welcher auch das Leib-Bataillon und die Grenadiere theilnahmen. Diese letzteren hatten bei Malsch, Neresheim, dann mit Auszeichnung bei Würzburg und Giessen gefochten. 1797 Erstürmung der Vorwerke von Kehl. Vier Compagnien des Oberst-Bataillons in dem Gefechte bei Diersbeim— Honau, theilweise versprengt, grosse Verluste erlitten. Die Grenadiere zur Armee nachltalien, Gefechte bei Klagenfurt—Neumarkt. 1799 auf dem Kriegs-Schauplatze in Deutschland, focht das Begiment (1. und 2. Bataillon) mit Auszeichnung bei Ostrach und Liptingen; bei Stockach war es das Einzige der Colonne Merveldt, welches seine feste Haltung bewahrte, jedoch gerieth ein grosser Theil des 1. Bataillons, von Uebermacht umzingelt, in Gefangenschaft; das Begiment verblieb sodann bei den zur Deckung des Schwarzwaldes bestimmten Truppen. Regiments -Commandant Oberst Graf Clauwez und Major Csukás erschienen als belobt. (Bei Ostrach Major Malcamp sich ausgezeichnet.) Die Grenadiere (Bataillon Lippe) bei Stockach und Zürich gefochten, dann bei der Erstürmung von Neckarau. 1800 focht das Begiment, bei welchem nunmehr auch das 3. Bataillon eingerückt war, bei Albbruck (drei Compagnien unter Hauptmann Seethal), Engen, wo Major Papp mit dem Leib-Bataillon mit Standhaftigkeit den Rückzug deckte (erhielt den MTO.); ferner Schlachten bei Möskirch und Biberach, Gefechte vor Ulm; Hauptmann Vécsey sich mit dem 2. Bataillon in dem Becognoscierungs-Gefechte bei Dischingen ausgezeichnet; endlich Treffen an der Iller. Nach dem Waffenstillstände Gefecht bei Haag, endlich Schlacht bei Hohenlinden, wo es in die allgemeine Katastrophe verwickelt wurde. Die Grenadiere bei Engen sich ausgezeichnet, bei Möskirch, an der Iller, bei Hohenlinden und Salzburg gefochten (hier auch Beste des Regiments). 1805 stand das Begiment in Süd-Tyrol, in der Stellung am Monte Baldo und kam auch bei dem weiteren Bückzuge nicht in das Feuer. 1809 mit drei Bataillonen im 6. Corps (Hiller) eingetheilt, focht das Begiment bei Abensberg (Bohr), Landshut und mit besonderer Auszeichnung bei Ebelsberg1). Bei Aspern gab das Regiment erneuerte Proben seiner Tapferkeit, insbesondere am 22. Mai durch Wieder-Eroberung des Kirchhofes von Aspern* 2). Begiments-Commandant Oberst Baron Splényi wurde in :) Bei Neumarkt war es nicht im Feuer gestanden. 2) Oberlieutenant Ehr enstein des Generalstabs, welcher diesen Sturm eingeleitet, erhielt den MTO.