Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

- 342 ­Anerkennung der vorzüglichen Haltung des Regiments aussertourlick zum GM., Grenadier-Hauptmann Köck zum Major befördert. Das Regiment, nunmehr in zwei Bataillone formiert, focht ferner noch bei Wagram, Kprneuburg und Hollabrunn; Regiments-Commandant Oberst Senitzer erhielt für die Wieder- Eroberung und standhafte Yertheidigung dieses Ortes den MTO. Die Grenadiere (Bataillon Scharlach) sich bei Landshut, Ebelsberg und Aspem (Esslingen, 22. Mai) ausgezeichnet, bei Wagram und Znaym gefochten. 1813 aus Galizien zur Donau-Armee eingetheilt, kam das Regiment (1., 2. und 3. Bataillon) später zu jener in Inner-Oesterreich und focht bei S. Martino-Montorio, wo insbesondere das 3. Bataillon, Oberstlieutenant von Vécsey, Gelegenheit fand, sich hei'vorzuthun. Später in die Polesine verlegt, kämpfte das Regiment bei Rovigo — Lendinara, wo zwei Com­pagnien in Gefangenschaft geriethen; ebenso gerieth durch den Ueberfall bei Cavazana (Boara) eine Division in Gefangenschaft1); in dem Gefechte bei Boara (8. December) erwarben sich Regiments-Commandant Oberst Senitzer, sowie sechs Officiere (zumeist des 2. Bataillons) die Allerhöchste Anerkennung* 2). Die Grenadiere (Bataillon Purcell) bei der Armee in Inner-Oesterreich, nicht in das Feuer gekommen. 1814 das Regiment bei Parma, Masone, Reggio (Hauptmann Michael Graf Wallis sich hervorgethan), Fiorenzuola am Nure gefochten. Die Grenadiere Schlacht am Mincio. 1815 Regiment und Grenadiere im Reserve-Corps, das 4. Bataillon unter Hauptmann Fröhlich bei der Blockade von Beifort sich ausgezeichnet. Die Grenadiere den Einzug in Paris mitgemacht. Leiningen. 1846 anlässlich des Aufstandes in Galizien, wirkte das Regiment bei Wiederherstellung der Ruhe im Tarnówer und Rzeszówer Kreise mit. 1848 war das 1. Bataillon an der galizisch-ungarischen Grenze postiert, der Regiments-Stab und das 2. Bataillon bewirkten unter Oberst Graf Leiningen ihren Marsch nach Temesvár mitten durch bereits insurgierte Gegenden und Orte und widerstand die Mannschaft in strengem Pflichtgefühl allen Verlockungen. Diese Abtheilungen trugen im Vereine mit dem Regimente Sivkovich Nr. 41, einem Bataillon Rukavina Nr. 61 und dank der Energie der höheren Commandanten, wesentlich dazu bei, dass diese Festung dem Kaiser erhalten blieb3); ein Detachement betheiligte sich an dem Gefechte bei Lippa (Mann­schaft der Regiments-Musik zur Geschütz-Bedienung verwendet), das Bataillon bei dem ersten Entsätze (Verproviantierung) von Arad. Von dem in Siebenbürgen stationierten 3. Bataillon kämpften je zwei Compagnien bei Cintos und Radnotk; die Grenadiere (Bataillon Uracca)4) bei Maros-Vásárhely. 1849 das 2. Bataillon bei dem zweiten Entsätze von Arad und nahm dann an der rühmlichen Vertheidigung von Temesvár hervorragenden Antheil (in der letzten Zeit auch die aus Siebenbürgen gekommene Reserve-Division). Ein Detachement desselben (combinierte Compagnie), Vertheidigung von Arad. Vom 3. Bataillon fochten Abtheilungen bei Szökefalva, Hermannstadt (hier auch die Reserve-Division), Salzburg, Mediasch, Schässburg; am Rückzuge in *) Der Bataillons-Commandant, Major Yincenz Jellaeic de Buzim, welcher eben­falls in Gefangenschaft gerieth, wurde wegen dieser Affaire in gerichtliche Untersuchung gezogen, jedoch stellte diese fest, dass sowohl derselbe, als die gesammte Mannschaft, nach beharrlichem Widerstande, nur einem vielfach überlegenen Feinde erlegen seien. 2) Der Brigadier des Regiments, GM. Graf Starhemberg, erhielt den MTO. *) Als Ludwig Kossuth am 8. October jenes Manifest erlassen hatte, in welchem alle Festungs-Commandanten den Befehl erhielten, sich der nationalen Sache anzuscliliessen, die Tricolore aufzustecken u. s. w.. gab die gesammte Garnison von Temesvár die Er­klärung ab (welcher sich auch das eben eingerückte 2. Uhlanen-Regiment anschloss), dass sie ..dieses wichtige Bollwerk dem Monarchen und der Dynastie mit An­wendung aller uns zu Gebote stehenden Mittel, mit Blut und Leben bis aut den letzten Mann zu erhalten beschlossen haben”. 4) Ueber die pflichttreue Haltung dieses Bataillons siehe den II. Band, Abschnitt: „Grenadiere.”

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