Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - Einleitung
und Generallieutenants Raimnnd Fürsten Montecuccoli. 185 richtig; wir finden diesen Namen in Verbindung mit Montecuccoli bereits 1736 und ist derselbe vermuthlich aus der Erkenntniss der Unrichtigkeit des ersten Eradicates und der Aehnlichkeit derselben mit diesem, für welches wir auch oft Haiti (Malphi) lesen, hervorgegangen. Vor Allem sei hervorgehoben, dass Melfi niemals ein Herzogthum, sondern stets ein Fürstenthum war, von welchem Stand- puncte allein schon der Titel „Herzog“ ausgeschlossen erscheint; dieses wurde aber schon im 16. Jahrhundert von Kaiser Carl V. (I.) dem Andrea Doria verliehen, von welcher Zeit an es ununterbrochen bei der Familie verblieb und noch heute führen die Doria Pamfili in Rom den Titel „Fürsten von Melfi“. Auf Grund welcher Quellen mochten nun die ersten Biographen Huyssen und Rink ihre Aufzeichnungen aufgebaut haben ? Primäre Quellen sind wohl von vornherein ausgeschlossen; es ist vielmehr mit grosser Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass das Theatrum Europaeum, diese beliebteste Fundgrube damaliger Biographen, in Verbindung mit dem Diarium Europaeum das Material hiezu geliefert haben, in welcher Annahme man auch dadurch bestärkt wird, dass in diesen beiden gleichzeitigen Druckwerken Montecuccoli als von Seiner kaiserlichen Majestät in den Fürstenstand erhoben erscheint, welche Legende von nun an sich erhalten hat bis auf den heutigen Tag; diese Unrichtigkeit berechtigt also gewiss schon an und für sich, auch in andere, dasselbe Thema berührende Angaben Zweifel zu setzen. Analysieren wir nun den Wortlaut der diesbezüglichen bereits früher angegebenen Stellen. Bekanntlich wird Ottavio Piccolomini auch in officiellen Angaben oft kurzweg Duc d’Amalfi genannt; setzt man nun in die beiden Sätze statt des damals gebräuchlichen den richtigen Namen Fürst Piccolomini, so wird sofort klar, was übrigens auch ein aufmerksames Lesen ergibt, dass gar nicht die Absicht vorhanden war, darin das auszusprechen, was künftige Leser herauszufinden glaubten, dass nämlich Montecuccoli zum Herzog von Amalfi ernannt worden. Es wird lediglich seine Erhebung zum Fürsten angeführt, wobei fälschlich angegeben erscheint, dass diese Erhebung von Kaiser- Leopold 1. erfolgt sei und hinzugefügt wird, dass ihm derselbe Titel wie dem verstorbenen Duc d’Amalfi gebühre; ob darunter der Titel