Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - Einleitung
184 Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls Montecuccoli in den Fürstenstand erhoben und ihm der Titel des verstorbenen Duc d’Amalfi zugelegt.“1) Rink, I., p. 684: „Nicht weniger erklärte auch der Kaiser in diesem Jahre (1678), den um das Reich so hochverdienten Generallieutenant Montecuccoli zum Fürsten des Reiches, zu welcher Ehre der König von Spanien noch diese hinzuthat, dass er ihn gleichfalls zu dem Fürsten von Amalfi, welche Dignität vor ihm der Generallieutenant Piccolomini auch besessen, creierte.“ Sein erster Biograph, Huyssen, nennt ihn gleichfalls Reichsfürst und Herzog von Amalfi, welche Angaben sich auch noch in der zweiten Auflage von Filoni wiederholet!. In den „Besonderen und geheimen Kriegsnachrichten etc.“ finden wir zum ersten Haie neben „Reichsfürst“ den Titel „Herzog von Melfi“ angeführt, welche Bezeichnung in den deutschen Biographien dann ständig wiederkehrt und der wir auch heute noch überall begegnen; so sagt Pezzl, p. 124: „Der König von Spanien belehnte den verdienstvollen Helden mit dem Herzogthume Melfi im Neapolitanischen und Leopold erhob es zu Gunsten seines Sohnes zu einem Fürstenthum.“ In den neueren italienischen Ausgaben, so von Foscolo, Grassi, wird die Belehnung von Amalfi oder Melfi schon in Zweifel gezogen und von Campori neuestens, ohne vollgiltigen Beweis, abgeleugnet.2) Es kann mit ihm nur darin übereingestimmt werden, dass eine Belehnung mit dem Herzogthume Amalfi mit Rücksicht darauf, dass es bereits in den Händen der Piccolomini war und bis zum Aussterben derselben, um die Mitte des 18. Jahrhunderts, auch blieb, nicht möglich war.3) Dass erst Mailáth dies erkannt und Montecuccoli nun mit Melfi bedachte, ist, wie aus dem Vorhergehenden erhellt, nicht J) Die Ableitung dieser Notiz im Tbeatrum Europaeum aus dem früher erschienenen Diarium Enropaenm ist augenscheinlich. 2) Campori, p. 478, 3) Nach dem „Archivio storico per le province Napoletane“, VI, p. 37Ö it., Neapel 1881, war dieses Herzogthnm bereits von 1461—1582 in den Händen der Familie Piccolomini, in welchem Jahre es nach dem Tode des Johann Piccolomini in die Hände des Königs zurückkam; 1642 wurde Ottavio Piccolomini damit investiert; im „Alig. hist. Lexicon“, Leipzig, 1731 lesen wir bei Amalfi, dass es seit der Belehnung Ottavio’s beständig bei der Familie geblieben sei.