Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 93 „Mein Heer hat allen beschwerlichen Anforderungen kriegerischer Vorbereitungen in kürzester Zeit entsprochen; dieses verdanke Ich seinem vortrefflichen Geiste, seiner Hingebung und Disciplin. Ein grosser Theil desselben, die vierten und Landwehr-, sowie die zweiten Grenz-Bataillone kehren zu ihrem häuslichen Herde zurück; Meine dankbare Erinnerung wird sie begleiten und vertraue Ich ebenso, dass sie nun, ferne von ihren glorreichen Fahnen, durch das Beispiel genauer Befolgung der Gesetze die öffentliche Ordnung wahren und befördern werden, als Ich die Erwartung hege, sie auf Meinen ersten Ruf ebenso gerüstet und kampfesmuthig auf dem Schlachtfelde zu erblicken. Wien, am 12. December 1850. Franz Joseph m. p.“ „Lieber Feldmarschall Graf Radetzky! Auf Meinen ersten Wink beeilten Sie sich, Mich mit Ihrem kriegserfahrenen Rathe zu unterstützen und Ihren tapferen Degen neuerdings an der Spitze Meines unter Ihrer Führung sieggewohnten Heeres iür die Wahrung der Rechte Oesterreichs zu ziehen. Die Vorsehung hat es anders gefügt und obwohl Ich nur des ersteren bedurfte, bin Ich Ihnen nicht minder für den erneuerten Beweis Ihrer mit jugendlicher Raschheit an den Tag gelegten Bereitwilligkeit dankbar. Ich will Sie nun Ihrem anderweitigen wichtigen Berufe nicht länger vorenthalten, die Segnungen des von Ihnen erkämpften Friedens in dem Ihrer Obhut anvertrauten Kronlande mit kräftiger Hand zur vollen Geltung zu bringen. Sollten es die Umstände abermals erheischen, so gibt Mir Ihre ruhmvolle Laufbahn das Recht, auf Sie als den tapfern Vertheidiger der Ehre Meiner Krone in jeder Gelegenheit zu zählen. Wien, am 12. December 1850. Franz Joseph m. p.“ So war denn die Entscheidung durch das Schwert für diesmal wieder abgewendet und man betrat von Neuem die langwierige Bahn diplomatischer Verhandlungen. Das militärische Uebergewicht