Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

94 .Sacken. gewährte Oesterreich für dieselben eine ungemein günstige Stellung, laicht nur, dass der Kaiserstaat über eine mehr als doppelt über­legene Streiterzahl verfügte, war deren Führung den Händen Radetzky’s und Hess’ anvertraut, denen Preussen keine Männer von gleicher Bedeutung entgegenzustellen hatte. Ueberdies war Oesterreich die gewaltige Unterstützung Russ­lands zugesichert und nun liegen die Fragen nahe: wie wäre nach menschlicher Voraussicht der Ausgang des Krieges gewesen ? wer hätte wahrscheinlich endlich den Sieg errungen ? Um in dieser Beziehung absolut der Gefahr, parteilich zu sein, aus dem Wege zu gehen, möge hier eine preussische Stimme citiert werden. Sybel sagt hierüber in seinem Werke „Die Begründung des Deutschen Reiches durch Wilhelm I.“ II. Band, pag. 68: — — „Hielt aber Oesterreich Stand bis zum Frühling, so traten 200.000 Russen in den Streit ein, die Mittelstaaten voll­endeten ihre Rüstung und die Lage wurde gefährlich für Preussen, wie 1757 nach Kolin. England bot dieses Mal nichts als schöne Phrasen und eine Annäherung an Frankreich war durch die Gesinnung des Königs ausgeschlossen, während Schwarzenberg wahrhaftig nicht davor zurückgeschreckt wäre ('?)*) durch Ueber- sendung jener königlichen Briefe**) und durch Angebot einer rheinischen Uferstrecke Louis Napoleon's Gunst zu gewinnen. Vom militärischen Standpunct wird man den Schluss kaum ver­meiden können: es war gut, dass sich ein Manteuffel fand, um einen Frieden wie den Olmützer auf sich zu nehmen.“ DER MARSCH NACH HOLSTEIN von Mitte December 1850 bis A n f a n g Februar 1851. Nun galt es noch, die schleswig-holsteinische Angelegenheit ihrer endgiltigen Erledigung zuzuführen. Die schleswig-holsteinischen Truppen hatten im Sommer 1850 meist Misserfolge erlitten und war auch der Angriff auf Friedrich­*) Beweise für diese Verdächtigung hat Sybel nicht beigebracht. **) Der König von Preussen hatte, um kein Mittel unversucht zu lassen, die Zusammenkunft in Olrnütz durchzusetzen, in dieser Angelegenheit ein eigen­händiges Schreiben an Kaiser Franz Joseph gerichtet, in welchem am Schlüsse auf die von Frankreich drohende Gefahr hingewiesen wurde. Ein ähnliches Schreiben der Königin an ihre Schwester Erzherzogin Sophie lag hei. Der König hatte Manteuffel beauftragt, beide Briefe durch Fürst Schwarzen­berg an die Adressaten gelangen zu lassen. (Sybel II, pag. 55.)

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