Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Sclnvarzenberg-Legeditsch. 91 Prinz Carl v. Bayern an FML. Legeditsch. München, den 4. December 1850. „Der durch Courier übersendete Bericht mit Standes-Ausweis ist Mir gestern Abend zugekommen. Für die darin ausgedrückten Gesinnungen danke Ich dem Herrn Feldmarschall-Lieutenant verbindlich und bedauere nur, dass die nun eingetroffenen Nachrichten aus Wien Mir für jetzt die Gelegenheit entziehen, die so glänzend bewährte Tapferkeit Ihrer ausgezeichneten Regimenter und Abtheilungen auf dem Schlacht­felde zu bewundern. Auch würde es Mir zur besonderen Freude gereicht haben, die Waffenbrüderschaft und Kameradschaft zwischen den öster­reichischen und den Mir von Seiner Majestät dem Könige an­vertrauten Truppen in allen Vorfällen des Kriegslebens erneuert und irisch aufgeblüht zu sehen, wie Ich Mich davon in den Feld­zügen 1813 und 1814 überzeugte. Der Friede indessen scheint für diesen Augenblick gesichert, was für die allgemeinen Verhältnisse, insbesondere aber für die Volksstämme Deutschlands von wichtigen und heilsamen Folgen sein wird. Der Herr Feldmarschall-Lieutenant werden daher zweifelsohne in Kurzem neuere Befehle aus Wien zur Rückkehr mit Ihrem Truppen-Corps erhalten. Durch den raschen Wechsel der Ereignisse wird vielleicht das Heranziehen der noch bei der Division des Erzherzogs Leopold Kaiserlichen Hoheit stehenden Truppentheile nicht so dringend. Vor dem 6. und 7. December wenigstens wird dieses nicht wohl ausführbar werden, da Ich behufs der beabsichtigten Operation zum Einmarsch nach Sachsen 400 Fahrzeuge der Eisenbahn in Bamberg versammeln liess und diese nicht wohl vor dem 6. Morgens auf den Stationen rückwärts eintreffen können, um zu weiteren Transporten zu dienen. Indem die nunmehrige Lage der Dinge keinen täglichen Rapport mehr notliwendig machen, überlasse Ich es ganz dem Ermessen des Herrn Feldmarscliall-Lieutenants, so lange Sie sich noch in der genommenen Stellung befinden werden, zu welchen

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