Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

76 Sacken. — mit diesem die augenblickliche Kriegserklärung unsrerseits abhängt.u Die weiter gegebenen militärischen Dispositionen verfügten das Aufgeben des gegen die preussische Uebermacht *) zunächst nicht haltbaren kurhessischen Gebiets und die Verschiebung der Corps Taxis und Legeditsch über Nürdlingen nach Hof zum Ein­marsch in Sachsen. Auch die Division Erzh. Leopold, welche dem württembergischen Corps zugetheilt werden sollte, erhielt Befehl, nach Hof abzurücken, wohin auch die Württemberger selbst, nach Besetzung von Ulm mit Reserve-Truppen, folgen sollten. Es wurde beabsichtigt, Dresden zu besetzen und die innere Linie an der Elbe zu gewinnen. Van der Mark wurde ersucht, diese Dispositionen, als von dem zum Armee - Ober - Commandanten designierten FM. Grafen Radetzky, dessen Ernennung für die nächsten Tage in Aussicht gestellt wurde, gegeben, zu betrachten. Der Wichtigkeit des Anlasses entsprechend, sandte FML. v. Legeditsch den Major des General-Quartiermeisterstabes von Meis- rimmel mit genauen Instructionen versehen in das Hauptquartier des G. d. C. Fürsten Taxis, wo er bis auf weiteren Befehl, gleichsam als Commissär zu bleiben hatte. In der folgenden Nacht erhielt FML. v. Legeditsch mittelst Courier einen Erlass des Ober-Commandanten der bayerischen Armee Prinz Carl von Bayern, vom 30. November datiert, in welchem derselbe die Unterstellung der k. k. Truppen-Division unter sein Commando (respective unter jenes des Fürsten Taxis), sowie allgemeine Directiven analog jenen im Schreiben des FML. Baron Hess enthaltenen bekannt gab und endlich täglichen Rapport anordnete. Sowohl in diesem Erlass, wie in dem Schreiben des G. d. C. Fürsten Taxis, worin dieser das Eintreffen des Majors Meisrimmel bestätigte, wurde der hohen Befriedigung Ausdruck gegeben, k. k. Truppen in unmittelbarem Contact und unter Commando bayerischer Generale zu sehen. Es war ein Act beson­derer Bundestreue und militärischer Courtoisie, dass FML. von *) Die Stärke des Corps v. d. Groeben wurde mit 43.000 Mann und 48 Ge­schützen, jenes des Generals Strotha mit Ü8.000 Mann und 48 Geschützen berechnet.

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