Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
Oberlieutenant Criste: Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813
✓ eine Bestimmung! Uebrigens ist der Deutsche zu wenig Mörder, um Revolution zu machen. Ihr werdet hei Euch aucli keine haben; Ihr habt drei Nationen, die nie miteinander harmonieren werden. Man will bei Euch keine Revolution !“ Hierauf erwiderte Bubna, dass der Deutsche allerdings nicht so leicht geneigt sei, Revolution zu machen, wie der Franzose, wenn er aber den ersten Schritt gethan, sei er auch viel schwerer aufzuhalten und wenn er einmal Blut gesehen, sei er viel grausamer als der Franzose. Dieser Vergleich brachte den Kaiser dazu, über die französische Revolution zu sprechen: „Sie hätten die furchtbare Aufregung sehen sollen, in welcher ich das französische Volk fand, als ich es packte! Jetzt“, (und er wies auf den Garten der Tuilerien) „jetzt gehen sie so ruhig ihres Weges, damals aber ■—■ zur Zeit meiner Siege, als ich am populärsten war, nach Marengo, musste ich über 600 Herolde der Revolution aus Paris verbannen. Jetzt kann ich im Innern meines Reichs ruhiger sein als jeder andere Monarch. Das Volk hat die Uebel der Revolution kennen gelernt und fürchtet sie mehr als alle anderen. Jetzt“, setzte er lachend hinzu, „ist es thatsächlich viel mehr belastet, man ist aber anderswo auch nicht besser daran, das weiss der Franzose ganz gut. Das ehemalige Frankreich, diese 20 Millionen Menschen, ich spreche von den Landbewohnern, von den arbeitenden Grundbesitzern, lieben mich sehr; sie betrachten mich als ihre Sonne; sie wissen, dass ich ihr Vertheidiger war. Sie glauben mir, wenn ich zu ihnen spreche und thun Alles, was ich will. Sie dürfen die Gesinnungen des Volkes nicht nach dem beurtheilen, was Sie in Paris hören; man schwätzt hier, in den Gesellschaften von Paris macht man nichts als Bonmots; man unterhält sich und will nichts, als sich unterhalten. Man darf sich nicht verhehlen, dass es noch nicht genug Aristokratie in Frankreich gibt, aber die ehemalige Aristokratie war der Krebsschaden des Königthums.“ Dann kam Napoleon auf die österreichische Armee zu sprechen. „Das ist eine schöne Macht“, sagte er, „mit welcher man gegenwärtig Alles, was man will, entscheiden kann.“ Nicht uninteressant schien Bubna der Vergleich, den der Kaiser zwischen dem fran- zösichen und dem russischen Einfluss in Deutschland zog. „Wenn ich nicht mehr sein werde“, sagte er, „wird Frankreich für Deutschland nie mehr gefährlich werden, wohl aber die russische