Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
Oberlieutenant Criste: Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813
Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813. 217 und Colberg so viel als möglich zu verstärken, dies ebenfalls zur Erhaltung der Neutralität von Schlesien so bedeutend als möglich zu thun. Dies könnte unter Berufung auf das Gebot der allgemeinen Sicherheit öffentlich geschehen. Aus den nothwendig gewordenen Rüstungen ergebe sich von selbst, dass den Franzosen die Versorgung ihrer Armeen und ihrer Besatzungen in den preussischen Festungen erschwert werde. Mit Oesterreich solle sich der König in ein näheres Einverständniss setzen, um mit diesem, falls es dazu geneigt sein sollte, gemeinsam vorzugehen. „Ich verlange von Ihrem Könige,“ schloss der Kaiser, „nicht allein auf Grund unserer früheren Verhältnisse, sondern seiner eigenen Erhaltung wegen, dass er den gegenwärtigen günstigen Augenblick benütze und mit mir in dem Kampfe, der die Sache aller Fürsten ist, gemeinschaftliche Sache mache; in diesem Falle garantiere ich ihm nicht allein alle seine gegenwärtigen Besitzungen, sondern mache mich auch anheischig, nicht eher Frieden zu schliessen, als bis S. M. der König entweder in den Besitz ihrer alten verloren gegangenen Provinzen in Deutschland sind oder durch andere (wozu namentlich Sachsen mir gelegen scheint) auf eine angemessene Art entschädigt werden. Wenn S. M. der König auf diese Bedingungen sich mir nähert, so werde ich mit Vergnügen es vergessen, dass preussische Truppen gegen mich gefochten haben; sollte der König aber unglücklicherweise bei seiner unnatürlichen, ihm thatsächlich gefahrvollen Verbindung bleiben, so muss ich dieses bei der gegenwärtigen Lage der Sache als eine persönlich gegen mich gerichtete Kriegserklärung ansehen und ich halte mich auf den Fall sowohl bei dem König, als bei der Nachwelt durch diese meine Aufforderung hinreichend gerechtfertigt, wenn ich im Laufe des Krieges zur Zerstückelung des preussischen Staates mitwirken muss“. *) Ueber ein Gespräch aber, das der österreichische Gesandte in Berlin, Graf Zichy mit dem Staatskanzler Hardenberg hatte, berichtete der erstere nach Wien: „Dieser Minister (Hardenberg) hat nicht verhehlen können, dass der König, sein Herr, trotzdem er entschlossen ist, ein den Grundsätzen der Ehre und dem Wohle seiner Völker angemessenes B Nippold, Erinnerungen aus dem Leben des General-Feld-Marsclialls Hermann v. Boyen. Leipzig. 1889. II. Bd. pag. 523 u. f.