Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
Oberlieutenant Criste: Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813
218 Criste. Verfahren einzuhalten, das Peinliche seiner Lage empfinde und die drängenden Gefahren, in denen er sich Russland gegenüber sehe; er könne mich desshalb nur beschwören, beitragen zu wollen, dass unser Cabinet in den wahren Sinn dieser schrecklichen Lage eindringe und dass E. E. ihm mit wirksamem Rathe beistehe und mit dem ganzen Aufgebote unserer Mittel einem Monarchen zu Hilfe eile, der rings von der Gefahr umgeben sei, seine Provinzen dem Stärkeren zur Beute fallen zu sehen.“ ') Oberst von Knesebeck, der Anfang Januar in Wien eintral, um hier die Stimmung zu sondieren und um Hilfeleistung anzusuchen, war sehr zufrieden mit dem Empfang, den er sowohl beim Kaiser, als auch bei Metternich fand. Er äusserte sich voll Lob über den Freimuth und die offenherzige Mittheilsamkeit Metternich’s, der ihm schliesslich auf seine wiederholte Bitte um thätigeres Auftreten gesagt hatte: „Wären Sie nur ein einziges Mal im Conseil des Kaisers zugegen, so würden Sie sich überzeugen, dass man Alles thut, was unsere Lage zu thun gestattet“ und dem hinzufügte, dass der Kaiser ausgedehnte Rüstungen angeordnet habe. Der Kaiser aber sagte Knesebeck, „der König könne sich sicher darauf verlassen, dass er sein Auxiliar-Corps auf keinen Fall verstärken oder feindlich gegen ihn agieren würde. Der König möge sich daher auch nicht irre machen lassen, -wenn er jetzt seine Macht in Mähren und an der schlesischen Grenze aufstelle, sowie vielleicht späterhin in Böhmen. Er könne sich auf sein Wort verlassen, dass selbige nie gegen ihn gebraucht werden würde. Er wäre jetzt nicht gerüstet und könne auf keine andere Art unter die Waffen kommen, ohne sich gleich gegen Frankreich zu erklären, als dass er mit seiner Macht immer der russischen zur Seite bleibe. Sein Auxiliar-Corps würde übrigens immer so aufgestellt werden, dass es den Russen keinen grossen Schaden thue. Zurückziehen könne er es nicht eher, als bis ihm der Kaiser Napoleon selbst Gelegenheit dazu gebe, nämlich wenn derselbe nicht vernünftig sein und den Frieden, den Oesterreich wolle, nicht annehmen werde.“ Endlich hatte auch der preussische Gesandte in Wien, Wilhelm von Humboldt, in einer Note die Fragen an das österreichische Cabinet gerichtet, ob Oesterreich es mit günstigen b Haus-, Hof- und Staats-Archiv. Zichy an Metternich. G. Januar 1813.