Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

Beitrag zur Geschichte des Krieges in Ungarn 1848/49

172 Beitrag zur Geschichte des Krieges in Ungarn 1848/49. nicht auch bei Tisza-Füred und Czibakháza, sowie an anderen Orten hätten zum Schutz der Verbindung Detachements zurück­gelassen werden müssen, so dass die Armee des Marschalls auf einer einzigen Linie von Kornorn bis Debreczin in grösseren und kleineren, aber keineswegs dem Gegner übermächtigen Gruppen eclielloniert gewesen wäre. 2. Konnte Jemand mit einiger Berechtigung annelimen, Perczel würde vom Banus auf dem Wege nacli Debreczin em­pfindlich getroffen werden oder diesem gar den Gefallen thun, sich gründlichst schlagen zu lassen ? Perczel wäre höchstwahr­scheinlich entweder gegen Tokaj oder gegen Grosswardein, also nördlich oder südlich ausgewichen und somit, bei der langen und nur unvollständig geschützten Verbindungslinie der Armee eine beständige Gefahr sowohl für diese, wie für die isolierten Truppen des Banus geworden. 3. Was hinderte den Vertheidigungs-Ausschuss der insurec- tionellen Regierung, die Operations-Basis an die obere Theiss oder selbst an die Maros zu verlegen? Zur Anlage von Militär- Etablissements und Pulvermühlen, zur Aufstellung der Banknoten- Pressen u. dgl. waren Szathmár, Munkacz und andere Orte eben­falls geeignet und die Ausschreibung der Recrutierung konnte Kossuth ebensogut aus einer anderen Stadt datieren. Wohin hätte der Marschall mit seinen verhältnismässig geringen Kräften noch dringen müssen, um die Insurrection in’s Herz zu treffen? Dazu blieb es noch immer fraglich, ob ihm die Hilfsquellen des besetzten Gebietes jenseits der Theiss mit der Besitznahme des vielseits anempfohlenen, fragwürdigen Operations­objectes Debreczin ebenso gutwillig zur Verfügung gestellt worden wären, als den Zwecken der Insurrections-Armee. 4. Musste mit der Gewissheit des Ausweichens Görgey’s auf Waitzen die allgemeine Situation eine sehr veränderte werden und die Frage nahelegen, ob auch jetzt noch die Verfolgung Perczel’s mit ganzer Macht aufzunehmen sei. Görgey konnte, sowie FM. Fürst Windisch-Graetz sich ent­schloss, mit der Armee über die Theiss zu rücken, jeden Augen­blick umkehren und sich gegen Buda-Pest wenden; er konnte gegen Schlick ziehen oder, was natürlicher und erfolgreicher zu sein versprach, FML. Simunich bei Leopoldstadt überwältigen

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