Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
152 Sacken. sie bestehen können, welche schon in der Jugend eine gründliche Bildung genossen haben. Der von der „Picke auf“ dienende Soldat, der „Troupier“, der „Sabreur“ selbst der besten Art, ist gegenwärtig mit seinem militärischen Ehrgeize in bescheidene Grenzen gewiesen. PML. Ignaz von Legeditsch. Der kaiserliche FML. Ignaz von Legeditsch, war nun ein Soldat, ein General der letzterwähnten Kategorie, im „allerbesten“ Sinne des Wortes. In seinem Aeusseren zwar gross, von kräftiger Gestalt, aber lässiger Haltung, ja schlotteriger Adjustierung, struppigem, röthlich- grauem Haare und Schnurrbärtchen, wusste man nach zwei Worten, die man mit ihm gewechselt, dass man eine geistig bedeutende Persönlichkeit vor sich habe. Nicht überlastet mit militärischer Gelehrsamkeit, aber stets in classischer Ruhe, kurz angebunden, voll der zutreffendsten, geistreichsten Gedanken. Wie er so dastand, den „hochmögenden“ Herren des Hamburger Senates gegenüber, die in wohlgedrechselten Worten ihr Anliegen, ihre Beschwerden vorbrachten: nach wenigen Minuten hatte er ihr Herz, ihre Sinne gewonnen, geradezu verblüfft und mit tiefen Bücklingen verhessen sie das Zimmer und traten den Rückweg an. Manche Originalität wurde von ihm erzählt. Legeditsch war ein grosser Bücherfreund, aber ein Feind vielen Gepäckes. Um nun doch eine möglichst grosse Zahl Bücher mit sich führen zu können, liess er diese bis zum Drucke beschneiden und sparte so, wie er sagte, an Raum und unnützem Ballast! (Ob dies eine Nachahmung der gleichen Einführung, welche bei der Feld- Bibliothek Napoleon I. bestanden haben soll, war, bleibt dahingestellt.) Auch ein Mitglied des kaiserlichen Hauses, Erzherzog Leopold, war als Commandant der zweiten Truppen-Division Theilnehmer an der Thätigkeit des Corps: eine jugendliche, liei'rliche Erscheinung, gross, blühend, mit geistsprühendem Auge, aber doch noch in zu jugendlichem Alter, um durch seine bedeutenden geistigen Anlagen und militärisches Wissen schon damals hervorragen zu können; überall aber die Herzen gewinnend und das Auge entzückend.