Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 153 Von den beim Corps eingetkeilten Generalen, durchaus ge­diegenen kriegserfahrenen Soldaten, ragte Generalmajor Baron Zobel hervor, schon als Träger des höchsten militärischen Ehren­zeichens, des Theresien-Ordens, später im Kriege 1859 Comman­dant des 7. Corps. Oberst Alfred Hitter v. Henikstein. In der Wahl der Generalstabs-Cheis des Corps war man besonders glücklich. Schon Major v. Ruff bewährte sich vortrefflich. Die bedeutendste und durch ihr Wissen hervorragendste Persönlichkeit war aber der Oberst des General-Quartiermeister-Stabes Alfred Ritter von Henikstein. Von grossem, kräftigen Wüchse, etwas vorgebeugter Haltung, ausdrucksvoller Physiognomie und blitzenden Auges, fiel er durch ruhiges gemessenes Wesen auf, stets ein ernstes oder heiteres, aber immer geistreiches Wort in Bereitschaft; doch wehe Jenem, den das haarscharfe Schwert seines Sarkasmus traf! Zu Wien am 10. September 1810 geboren, genos's er seine Erziehung in der Ingenieur-Akademie, rückte aber, den friedlichen Verhältnissen und dem ungünstigen Fortkommenim Ingenieurs-Corps entsprechend, sehr langsam vor. Im Jahre 1848 zum Major ernannt, war seine militärische Laufbahn eine der vielversprechendsten, die man sich denken konnte, überall durch vorzügliche Verwendbarkeit und Tapferkeit ausgezeichnet. Im Reserve-Corps des FZM. Weiden eingetheilt, wohnte er dem Angriffe auf Udine, den Gefechten im oberen Piave- Thale am 7. und 8. Mai, dann der Cernierung von Venedig, endlich der Beschiessung von Bologna bei und wurde mit dem Orden der Eisernen Krone III. Classe ausgezeichnet. 1849 dem General-Quartiermeister-Stabe zugetheilt und in das III. Armee- Corps eingetheilt, zeichnete er sich in der Schlacht von Novara derart aus, dass ihm das Ritterkreuz des Leopold-Ordens verliehen wurde. Sodann nach Ungarn transferiert, nahm er Antheil an den Gefechten bei Uj-Szegedin, an der Schlacht bei Szörög, dann an der Belagerung und dem Entsätze von Temesvár, erhielt die Allerhöchste Belobung, respective das Militär-Verdienstkreuz und wurde zum Oberst im General-Quartiermeister-Stabe befördert. Heniksteins Thätigkeit während seiner Verwendung als Generalstabs-Chef beim 4. Armee-Corps ist aus der vorliegenden

Next

/
Oldalképek
Tartalom