Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Dus österreichische Corps Sclnvarzenlierg-Legeditsch. 141 zutreten. liier war dies umso mehr geboten, als es zweckdienlich schien, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die starke, sich trefflich präsentierende Militär-Macht zu lenken. Die erste grössere militärische Feierlichkeit war jene am Gedenktage der Schlacht von Novara am 23. März 1851, wo alle Garnisonen zu einer Feldmesse und Parade ausrückten. In Hamburg-Altona fand sich bei diesem Anlasse das ganze diplo­matische Corps und das hanseatische Officiers-Corps ein. Parade-Ausrückungen der Garnisonen Hamburg-Altona wurden ferner anlässlich des Besuches des zweiten General-Adjutanten Sr. Majestät des Kaisers, GM. von Kellner, am 30. Juli, dessgleichen in Rendsburg bei Ankunft des königl. preussischen Commissars GL. von Timmen am 10. August angeordnet. Der Tag der höchsten militärischen Feier, der 18. August, das Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers und Allerhöchsten Kriegs­herrn, wurde in allen Garnisonen durch die Tagwache mit Musik, feierliche Feldmesse und Parade-Ausrückung, dann ein Gastmahl bei dem jeweiligen Höchst-Commandierenden begangen. Zur Feier dieses Tages hatten sich in Altona Se. kaiserliche Hoheit der Herr FM L. Erzherzog Albrecht, sowie der G. d. C. Graf Schlick eingefunden. In Rendsburg rückte zur Feldmesse auch die preussische Garnison aus. Als am 15. September dieselbe dort den Geburtstag Sr. Majestät des Königs feierte, betheiligte sich in gleicher Weise die österreichische Garnison daran. Eine seltene Feier fand am 4. Juni zu Hannover statt, jene des 80. Geburtstages des Königs. Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers begab sich der Corps-Commandant mit den Generalen Baron Zobel und Signorini nach Hannover, wo sie vom greisen König mit ganz besonderer Auszeichnung empfangen und zur Hof­tafel und zum Holballe geladen wurden. Anfangs October traf aber schlimme Nachricht von dort ein, der König war schwer erkrankt; man besorgte, dass im Falle seines Todes die tiefgehenden Parteispaltungen im Lande aus An­lass des Thronwechsels zu ernsten Zwistigkeiten, ja selbst zu Un­ruhen führen könnten. Aus Wien langte der Befehl ein, eine Brigádé in strengster Bereitschaft zu halten und alle Vor­bereitungen zu treffen, dass dieselbe über weiteren Befehl in Hannover einrücken könne.

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