Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
142 Sacken. Eine solche Intervention sollte auch von Bundeswegen, gleichzeitig mit preussischen Truppen oder doch im Einvernehmen mit Preussen geschehen. König Ernst August starh wirklich bald darauf; der Regierungswechsel vollzog sich aber in vollkommen geregelter Weise ohne die geringste Störung und König Georg Y. bestieg den Thron seiner Väter. Zum Begräbniss und zu den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen König begab sichFML. von Legeditsch wieder mit einer Suite von Generalen und Stabsofficieren nach Hannover und wurde von König Georg V., sowie vom König von Preussen, welcher ebenfalls nach Hannover gekommen war, auf das Ehrendste empfangen. Gleichsam auch als ein Traueract vollzog sich in den letzten Tagen des Novembers die vollständige Auflösung der tapferen Armee, welche einst, gestützt von Deutschland und Preussen, für die Unabhängigkeit der Herzogtümer Schleswig-Holstein gekämpft hatte. Es gebietet der soldatische Sinn, hier des traurigen Schicksals dieser braven Truppen mit Wehmuth zu gedenken. Die successive Reduction dieser Armee wurde bereits erwähnt, ein grosser Theil der kurzweg, ohne Anspruch auf Entschädigung oder Versorgung entlassenen Officiere und Mannschaft trat in brasilianische Dienste, die übrigen zogen in ihre Heimat oder suchten sonst unterzukommen. Nur 4 Bataillone Infanterie, ein Dragoner-Regiment, 2 Batterien, eine Pionnier-Abtheilung waren als Bundes-Contingent aufgestellt geblieben. Laut Mittheilung des k. k. Bundes-Commissärs FML. Graf Mensdorffvom 2. December hatte der k. dänische GL. v. Bardenfleth am 1. December den Oberbefehl über diese Truppen übernommen und sollte demnächst die Vereidigung derselben für Se. Majestät den König von Dänemark stattfinden; die Officiere hatten das dänische Porte-épée, die Feldbinde und Epaulettes anzulegen. Innerpolitische Massnahmen, so wichtig sie auch sonst sein mögen, berühren zwar eine Armee als solche nicht, doch muss hier die Verfassungs - Aenderung, die sich um jene Zeit in