Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
130 S a ekén. wir, abermals von Bundeswegen, anders thun wir es nicht, nach vollbrachtem Werke 'wieder beimkehren können. Nun liegt aber, unglücklicherweise, auf unserer geradesten Verbindungslinie mit dem in Holstein stehenden Corps die grosse wichtige Stadt Hamburg mit ihren Hunderttausenden von Einwohnern; ihrer, mit aller Achtung sei es gesagt, etwas unruhigen und ihre Kräfte gern übenden Bevölkerung, mitten in ihren Yer- fassungsnöthen, endlich mit einer Regierung begabt, deren ehrenhaften Willen wir anerkennen, die aber schon zu häufig sich selbst das Zeugniss der Unvermögenheit, dem dräuenden Volkswillen zu widerstehen, ausgestellt bat, als dass wir ein grosses Gewicht aut ihre Versicherung, es sei und bleibe in Hamburg alles ruhig, legen könnten. Sollen wir nun unsere in Holstein von Bundeswegen exponierten Truppen dem aussetzen, dass aus irgend einer vorbedachten oder zufälligen Veranlassung plötzlich in ihrem Rücken an dem schlecht bewachten Puncte von Hamburg eine Bewegung ausbreche und ein polnisch-ungarisch-socialistischer Knotenpunct sich bilde und dass sie genüthigt seien, die directe Verbindung mit dem Vaterlande über erstiegene Hamburger Barrikaden und allenfalls durch die Trümmerhaufen abgebrannter Häuser hindurch sich zu erkämpfen ? Nun und nimmermehr wird dieses geschehen und ich wünsche recht sehr, dass Euer Hochgeboren, von der Ueberzeugung dieses unseres festen AVillens selbst fest durchdrungen, dazu beitragen, dieselbe auch den Machthabern Hamburgs einzuflössen und sie dadurch von officiellen Schritten abzuhalten, die offenbar zu nichts als zu ebenso officiellen abschlägigen Antworten führen könnten. Wenn wir übrigens so fest darauf bestehen, so lange wir in Holstein sind, uns auch des materiellen Besitzes der Stadt Hamburg selbst versichert halten zu können, so liegt der Grund hievon sicher nirgends anders, als eben in dem von mir bezeichneten Verhältnisse ; die Besetzung Hamburgs ist für uns ein (freilich unumgängliches) Mittel zum Zweck; nicht der Zweck selbst. Als solcher würde uns Hamburg geringe Vortheile, dagegen sehr wesentliche Nachtheile aller Art bieten, unter denen ich das böse Beispiel und die Verführungsversuche, denen unsere braven Truppen in der grossen Hafenstadt ausgesetzt sind, obenanstelle. Auch nicht geringe