Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 99 mittlerweile wieder in Front aufmarschierten Truppen zu besichtigen. Am nächsten Tage hielten die Truppen Rasttag, dessen sie bei den anstrengenden Märschen, während welchen sie gegen Kälte und Sturm anzukämpfen gehabt hatten, so sehr bedurften. Der an den königlichen Hof von Hannover entsendet gewesene Major Meisrimmel gelangte von seiner Mission zurück. Er hatte die freundlichste Aufnahme gefunden und war auch bei den Verhandlungen über die Bequartierung, Verpflegung und den Eisenbahn-Transport der Truppen bereitwilligst unterstützt worden. Uebereinstimmend mit zwei Schreiben des österreichischen Gesandten in Hannover, GM. Baron Langenau, berichtete er, dass der König von Hannover seine grosse Vorliebe für die öster­reichische Armee aussprach, insbesondere für das Regiment Fürst Windischgrätz-Chevauxlegers, „mit dem er vor 60 Jahren zu­sammen gedient“ und welches Regiment er zu sehen wünschte. Er werde einen Flügel-Ad jután ten nach Hildesheim entsenden, um FML. v. Legeditsch und Se. kaiserliche Hoheit den Herrn EH. Leopold nach Hannover einzuladen. Ferner wurden der Capitän von Cordemann und der Kriegs-Oommissär Flügge als Marsch-Commissäre delegiert. Der Weitermarsch des Corps erfolgte nun in folgender W eise: Das Corps-Quartier und die Haupt-Colonne am 7. Münden, 8. Göttingen, 9. Northeim, 10. Einbeck, 11. Alsfeld, 12. Hildesheim, dann am nächsten Tage mit der Bahn nach Lüneburg. Die Neben-Colonne, die Brigade Signorini und der grösste Theil der Division EH. Leopold, auf der Route: Carlshafen, Höxter, Holzminden, Eschershausen, Alsfeld. Um dem Wunsche des Königs von Hannover zu entsprechen, schlug das Regiment Windischgrätz-Chevauxlegers von Einbeck aus die Route: Brügge. Pattensen, Hannover ein, dann in Fuss- märsehen über Celle, Uelzen nach Lüneburg. Am 9. Januar begab sich der Corps-Commandant mit Oberst von Henikstein nach Hannover und verweilte dort den 10. Hier fand er einen überaus gnädigen Empfang von Seite des Königs und auch vom Hofe und von den Staatswürdenträgern wurde er auf das Zuvorkommendste begrüsst und bewirthet.

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