Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 81 Oesterreicher: ^ Clerfayt vor Longwy, * Hohenlohe hei Rentich (linkes Mosel-Ufer), Erbach bei Lingenfeld. Hessen: bei Tawern. Emigranten: Die Brüder des Königs bei Stadtbredimus, Corps Bourbon’s bei Huy (nicht operationsbereit). Franzosen: Luckner bei Metz, Ardennen-Armee bei Sedan, Kellermann hinter der Lauter. Durch die Einnahme von Longwy, sowie durch die Besetzung von Rodemachern und Sierck hatte die Armee der Verbündeten auf französischem Gebiete Fuss gefasst. Der Marsch Hohenlohe’s an die Mosel war vom Gegner ganz unbelästigt erfolgt und der Feldzeugmeister deckte durch sein Eintreffen in der Gegend von Remich die Verbindungen der Haupt-Armee gegen etwaige Vor- stösse Luckner’s. Gelangten die Hessen und Emigranten an die untere Saar, beziehungsweise an die Mosel, so konnte diese Siche­rung ihnen übertragen werden und Hohenlohe ward für weitere Offensiv-Operationen verfügbar. Jedenfalls hatten die gesammten zu der Invasion bestimmten Corps der Verbündeten den Einmarsch ohne Kampf bewirkt. Von Seite der beiden französischen Generale war eine Ver­einigung ihrer Armeen überhaupt nicht angestrebt worden. Lafayette, mehr mit der Politik, als mit der Commando - Führung beschäftigt, hatte nichts unternommen, um den Flankenmarsch Clerfayt’s zur Armee Braunschweig’s zu hindern. Und nun stand die französische Ardennen - Armee führerlos und in einem nahe an Auflösung grenzenden Zustande kaum drei Märsche von der Haupt­kraft der Verbündeten entfernt. Luckner wieder, ursprünglich ent­schlossen, dem Gegner das Eindringen in Frankreich zu verwehren, hatte, da auf eine Unterstützung durch Lafayette nicht zu rechnen war und er allein sich zu schwach fühlte, seine Stellung an der Orne aufgegeben und war, wie gesagt, hinter Metz zurückgegangen. Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge. VII. 6

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