Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Die Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze 1831-1845

Baljevac Mastinovae. Oetin. Als daher «am Morgen des 9. April 1831 abermals 700 Türken zwischen Baljevac und Mastinovae den Cordon durchbrachen und drei Tschardaken und mehrere Wohnhäuser verbrannten, trieb der Cordons-Commandant, Hauptmann Szilliak, die Türken Nach­mittags in einem ziemlich lebhaften Gefechte wieder über die Grenze zurück. FML. Lilienberg, der commandirende General in Croatien, beschloss diese Grenzverletzung empfindlich zu bestrafen und befahl dem FML. Milutinovich mit den zwei Brigaden Novak und Rukavina auf türkisches Gebiet vorzurücken, Izacic und Trzac zu verbrennen und überhaupt vollständige Satisfaction zu erzwingen. Am 13. April erfolgte der Aufbruch dieser Colonnen. Als aber mehrere angesehene Türken bei dem der Expedition bei­wohnenden FML. Lilienberg erschienen und Genugthuung ver­sprachen, fand sich der commandirende General bewogen, von den beabsichtigten Gewaltmassregeln abzustehen und den Rückmarsch der Truppen anzuordnen. Von der Leistung einer Entschädigung war nicht weiter die Rede, die Pforte schritt jedoch gegen die räuberischen Grenzcapitäns mit den Waffen ein und zwang sie zur Flucht auf österreichisches Gebiet. Nach dem Abzüge der türkischen Truppen aus Bosnien rüsteten die Grenzcapitäns zu einem Ueberfalle des Schlosses von Cetin. Die klugen Vorkehrungen des Cordons-Commandanten, Major Brustmann, verhinderten aber die Anschläge der bosnischen Räuber durch geraume Zeit. In der Nacht auf den 12. Juni 1834 erschien eine Schaar von 2000 Bewaffneten vor Cetin und suchte sich des Platzes durch Mauerersteigung zu bemächtigen. Die aus 120Sluinern bestehende Besatzung unter Hauptmann Szilliak leistete aber so tapfern Widerstand, dass die Türken sich genöthigt sahen, am Morgen wieder abzuziehen, nachdem sie bei 200 Mann auf dem Platze gelassen hatten. Auf dem Rückzuge verbrannten die bos­nischen Räuber 20 Häuser und trieben Uber 1000 Stück Vieh mit sich fort. GM. Rukavina rückte auf Befehl des comman dir enden Generals, FML. Vlasits, mit 4000 Mann an die Grenze vor und bezog auf der Ebene von Mchinostanje eine gesicherte Stellung. Dieser Vormarsch hatte zur Folge, dass die Grenzcapitäns den grössten Theil des geraubten Viehes wieder zurückstellten. Als eine Bande bosnischer Räuber am 14. Januar 1835 über den Cordon des 1. Banal-Regiments vordrang, sammelte Obrist

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