Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Die Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze 1831-1845
350 Die Repressalien-Gefechte an der croat.-türk. Grenze von 1831 —1845. Cattaro. halbe Compagnie als Besatzung nach Perasto, ein Bataillon nach Dobrota und den Rest der Mannschaft nach Perzagno zu überschiffen. Am 10. Juni erschien das österreichische Corps vor Cattaro und schloss den Platz ein. Gegen Mittag unternahmen die in der Stadt befindlichen Montenegriner einen Ausfall, der nach einem zweistündigen harten Kampfe abgewiesen wurde. Zwei Stunden später wurde der Ausfall mit noch grösserem Ungestüm wiederholt, während gleichzeitig von den benachbarten Bergen Steine und Felstrümmer auf die Grenzer geschleudert wurden. Milutino- vich liess von den Soldaten die nächsten Felswände erklettern und von hier aus nach den Fenstern der Stadthäuser schiessen, während die Reserven die Montenegriner, deren 200 getödtet wurden, von den Bergen vertrieben. Gegen Mitternacht wurde das Geschütz ausgeschifft und Milutinovich liess Cattaro sogleich aus vier Mörsern bewerfen. Der Vladika entschloss sich nun zur Capitulation und zog am 12. Juni mit seinen Montenegrinern nach der Heimat ab. Nach der Einnahme von Cattaro wurden Budua und das Fort Santa Trinitä ohne weitere Schwierigkeiten besetzt. Die Repressalien Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze 1831—1845. Quellen: Vanicek, Specialgeschichte der Militärgrenze. — Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs. Jahrgang 1881. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. — Registratur des k. k. Reichs-Kriegsministeriums. Die zu allen Zeiten üblich gewesenen Einfälle der Türken in den »Unabezirk« erneuerten sich auch nach der Wiederherstellung der österreichischen Herrschaft in Croatien. Wiederholte Aufstände in Bosnien und die Schwäche der ottomanischen Regierung Hessen alle Vorstellungen des Wiener Cabinetes als zwecklos erscheinen und da schon im Jahre 1830 der gerichtlich erhobene, durch türkische Einbrüche in das Grenzgebiet verursachte Schaden den Werth von 9 Millionen Gulden überstieg, blieb Oesterreich kein anderes Mittel der Abwehr übrig, als zu Repressalien zu schreiten.