Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1812 in Russland

Feldzug 1812 in Kussland. 27 5. Juli den Befehl des Erzherzogs Ferdinand erhalten, mit dem General-Commando nach Ungarn abzugehen und den Oberbefehl über seine Truppen dem FML. Merveldt zu übertragen, der sich im Falle des weiteren Vorrückens der Russen hinter den Dnjester und in die Bukowina zurückziehen sollte. Nach der Schlacht bei Wagram erhielt das siebente Armee- Corps den Befehl, zum Schutze von Olmütz nach Mähren abzu- marschiren. Während dasselbe in der Versammlung auf Wadowice begriffen war, traf indessen die Nachricht von dem in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli eingetretenen Waffenstillstände ein. Am 14. October wurde zu Wien der Friede geschlossen. Der auf Galizien bezügliche Theil des Friedens-Tractates lautete: »Der Kaiser von Oesterreich tritt ab und überlässt dem Könige von Sachsen, um mit dem Herzogthume Warschau vereinigt zu werden: ganz West- oder Neu-Galizien, einen Bezirk um die Stadt Krakau auf dem rechten Ufer der Weichsel, welcher, wie nachfolgt, zu bestimmen ist, und dann den Zamoscer Kreis in Ost- Galizien. Der Bezirk um Krakau auf dem rechten Ufer der Weichsel, vorwärts von Podgorze, soll überall zum Radius die Entfernung zwischen Podgorze und Wieliczka haben. Die Grenzlinie soll durch Wieliczka gehen und sich westlich an die Skawina und östlich an den Bach stützen, der sich bei Brzdegy in die Weichsel ergiesst. Wieliczka und das ganze Gebiet der Salzbergwerke soll dem Kaiser von Oesterreich und dem Könige von Sachsen gemeinschaftlich zugehören. Er tritt ab und überlässt dem Kaiser von Russland in dem östlichen Theile von Alt-Galizien einen Strich Landes mit einer Bevölkerung von 400.000 Seelen; die Stadt Brody soll jedoch nicht darin begriffen sein. Dieser Strich Landes soll durch Commissäre beider Mächte auf freundschaftliche Art bestimmt werden.« Feldzug 1812 in Russland. Quellen: Danilewsky-Michailowsky, Geschichte des Krieges 1812, — Weiden, Feldzug der Oesterreicher gegen Kussland 1812. — Beitzke, Geschichte des russischen Krieges 1812. — Betrachtungen eines Deutschen über die Feldzüge 1812 und 1813. Das zum Nachtheile Oesterreichs durch mehrere Jahre be­standene Bündniss zwischen Frankreich und Russland ging im

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