Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien

26 Feldzug 1809 im Herzogthnme Warschau uud in Galizien. hatte, den Feind von dort vertrieben und die Stadt den 21. Juni wieder besetzt. Die indessen aller Orten ausgebrochene Insurrec­tion hinderte die freie Verbindung der Oesterreicher und FML. Hohenlohe konnte die Nachricht von dieser Wiederbesetzung und den Befehl des Erzherzogs Ferdinand, über den Dnjester dahin vorzurücken, erst später erhalten. Die Insurgenten, von einer feindlichen Cavallerie-Abtheilung unter dem Oberstlieutenant Strzy- zowsky unterstützt, waren bis dahin noch immer vor Zaleszczyky und um Jazlowiec versammelt. FML. Hohenlohe, welcher mit seiner Haupttruppe in Horodenka stehen geblieben war, verstärkte am 26. Juni den General Biking, der sodann gegen Tluste vorrückte und den Feind nach einem lebhaften Gefechte über Czortkow gegen Chorostkow zurücktrieb. Den 29. besetzte die Brigade des Generals Biking Czortkow. FML. Hohenlohe selbst war mit dem grössten Theile seiner Truppen diesen Tag von Horodenka nach Maryam- pol aufgebrochen, dort über den Dnjester gegangen, um über Podhayce die Bewegungen der Brigade Biking gegen Tarnopol zu unterstützen, welche am 2. Juli den Feind von Chorostkow, am 3. von Grzymalow, am 4. von Skalat vertrieb und den 15. Juli Tarnopol besetzte. Der1 Gegner hatte seinen Rückzug fechtend fortgesetzt und sich bei Chodaczkow, Dyczkow und vor Tarnopol vergebens zu behaupten versucht. Er ward ge- nöthigt, vor letzterem Orte am 8. Juli über Jezierna gegen Zloczow zurückzugehen, wo er sich mit einem Theile jener russischen Colonnen vereinigte, die bereits von Dubno und Luck über Brody und Stoyanow nach Lemberg gerückt waVen. Dieselben bestanden aus der 1. Cavallerie-Division unter General Möller und dem grössten Theile der 24. Infanterie-Division unter General Doctorow. Sie hatten bereits am 28. Juni Lemberg be­setzt, von wo sich die österreichische Abtheilung unter dem FML. Eggermann nach Sambor zurückgezogen hatte. Sie stellte sich dort den 30. zur Deckung der Strasse über Dukla nach Ungarn auf. In den ersten Tagen des Monats Juli breiteten sich die russischen Truppen gegen den Dnjester hin aus und besetzten Zloczow, Brzezan, Rohatyn und Stry. Durch diese Vorrückung war das kleine österreichische Corps zwischen Maryampol, Podhayce und Tarnopol beinahe gänzlich abgeschnitten und dessen Rück­zug auf die Bukowina beschränkt. FML. Hohenlohe hatte den

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