Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien

im Herzogthume Warschau und in Galizien. 25 Stanislawow, von liier bis Horodenka die Brigade Kesslern und anschliessend an diese bis Zaleszczyky die Brigade Biking. Letzterer Ort, der einzige Punct, den die Oesterreicher noch auf dem linken Ufer des Dnjester besetzt hielten, sollte als Brückenkopf behauptet werden. Den 27. Mai war eine feindliche Abtheilung unter dem General Roznievsky in Lemberg eingerückt und hatte Ost-Galizien insurgirt. Feindliche, durch Insurgenten verstärkte Detachements rückten aus der Gegend von Tarnopol gegen Zaleszczyky vor. Der General Biking hatte vorwärts dieses Ortes Slone, wo sich die Strassen gegen Lemberg und Tarnopol theilen, mit seiner Avant­garde besetzt, welche sich den 2. Juni nach einem Gefechte mit den Insurgenten bis Zwiniacz zurückziehen musste. Doch den 7. Juni, als sich der Feind bereits bis auf 3000 Insurgenten, von einigen hundert Mann feindlicher Reiterei unterstützt, verstärkt hatte, sah sich der General Biking genüthigt, auch letzteren Ort zu verlassen und sich auf die Vertheidigung von Zaleszczyky zu beschränken. Dieser Punct befand sich in einem sehr un­fertigen Vertheidigungszustande, als der Feind denselben in der Nacht auf den 8. Juni zu erstürmen vorsuchte. Die Oesterreicher schlugen indessen sowohl diesen Angriff, als einen zweiten, der mit Anbruch des Tages erfolgte, tapfer zurück und der General Biking, der nur wenige Cavallerie und eine Kanone an sich gezogen hatte, rückte sogar wieder gegen den Feind vor, welcher sich von nun an blos auf die Beobachtung von Zaleszczyky beschränkte. Den 17. Juni ging ind ess eine feindliche Abtheilung oberhalb Zaleszczyky bei Czernelica über den Dnjester, nahm den dort aufgestellten schwachen österreichischen Posten gefangen und rückte des anderen Tages schnell gegen Horodenka vor. Auch hier musste sich die österreichische Besatzung nach einem heftigen Gefechte gefangen geben. Durch die Besetzung von Horodenka war die Verbindung der Oesterreicher hinter dem Dnjester durchbrochen. Der FML. Hohenlohe rückte daher mit allen ihm erübrigenden Truppen über Stanislawow sogleich gegen Horodenka vor, worauf der Feind alshald diesen Punct wieder verhess und sich hinter den Dnjester zurückzog. Während dieser Zeit hatte eine Abtheilung unter General Eggermann, welche der Erzherzog Ferdinand bei seinem Rückmärsche an die obere Weichsel und der Wiedereinnahme von Sandomierz über Rzeszow gegen Lemberg vorgeschickt Slone. Zaleszczyky. Czernelica. Horodenka. Lemberg.

Next

/
Oldalképek
Tartalom